Christa Kinast-Köhler, eine der erfolgreichsten Wasserspringerinnen der DDR, hat am Dienstag ihren 75. Geburtstag gefeiert. Die gebürtige Rostockerin prägte den Sport über Jahrzehnte als Athletin und Trainerin.
Weltmeisterin in Belgrad
Anfang September 1973 bei den ersten Schwimm-Weltmeisterschaften in Belgrad stand Christa Köhler vom SC Empor Rostock im Finale im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett. Vor ihrem letzten Sprung zeigte die 22-Jährige keine Nerven und holte den ersten Weltmeistertitel für Deutschlands Wasserspringer.
Dieser WM-Titel blieb nicht der einzige Erfolg der Hansestädterin. Bereits ein Jahr zuvor hatte sie an den Olympischen Spielen in München teilgenommen, war mit Platz elf jedoch nicht zufrieden. Vier Jahre später in Montreal änderte sich das: Nur der US-Amerikanerin Jennifer Chandler musste sie sich geschlagen geben – Silber.
Pionierin der Männersprünge
Christa Kinast-Köhler war eine der ersten Athletinnen, die sich an Männersprünge wagte. Sie sprang gehechtet statt gehockt und zeigte eine höhere Schraubenanzahl. Der dadurch höhere Schwierigkeitsgrad brachte mehr Punkte. Das stellte sie 1977 bei den Europameisterschaften im schwedischen Jönköping mit dem Gewinn der Goldmedaille unter Beweis. Den anderthalb Salto vorwärts mit drei Schrauben hatte damals keine andere Springerin im Repertoire.
Trainerin und Wertungsrichterin
Nach ihrem Laufbahnende blieb die Hansestädterin Brett und Turm treu und wurde Trainerin. Im damaligen Weltverband FINA – heute World Aquatics – war sie als internationale Wertungsrichterin tätig. Mehrfach war Kinast beim Rostocker Internationalen Springertag im Einsatz, den 1956 ihr Mann gemeinsam mit Heinz Kitzig aus der Taufe hob.
Bis 2013 stand die Jubilarin Tag für Tag am Beckenrand und gab ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Unter ihren Fittichen stand unter anderem Annika Walter, die 1996 in Atlanta im Turm zu Silber sprang. Falk Hoffmann, der 1977 wie seine Ex-Trainerkollegin Gold vom Dreier und 1980 bei Olympia in Moskau Rang eins holte, sagte einst über Christa Kinast: „Als Athletin und später Trainerin war sie sehr verlässlich, stets einsatzbereit.“