Demokratietag an Schweriner Schule: Schüler diskutieren über Landtagswahl
Demokratietag an Ecolea Schwerin: Diskussion zur Landtagswahl

Am 20. September ist Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern – und viele junge Wähler sind sich noch nicht sicher, wem sie ihre Stimme geben werden. Genau darüber wurde am Dienstag beim Demokratietag an der Beruflichen Schule Ecolea in Schwerin diskutiert.

Viele unzufrieden, fast die Hälfte noch unentschlossen

An verschiedenen Stationen konnten sich die Schüler mit Demokratie, Politik und gesellschaftlichem Engagement beschäftigen. Dabei wurde auch gefragt: „Schaust du optimistisch in die Zukunft der Demokratie?“ oder „Wie zufrieden bist du mit der aktuellen Landesregierung?“ Das Ergebnis fiel deutlich aus: Die große Mehrheit zeigte sich eher unzufrieden oder gar nicht zufrieden. Gleichzeitig gab fast die Hälfte der Befragten an, noch nicht zu wissen, welche Partei sie bei der Wahl in wenigen Tagen wählen wird.

Für die Schule ein wichtiger Grund, den Demokratietag gerade jetzt auszurichten. „Besonders mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl ist es wichtig, dass sich die Schüler mit Demokratie befassen und offen in den Austausch gehen“, sagt Bettina Schlick von der Ecolea. Viele der Jugendlichen seien Erstwähler.

Externe Gäste und „Omas gegen Rechts“

Dafür hatte die Schule auch externe Gäste eingeladen. Unter ihnen war die SPD-Landtagsabgeordnete Christine Klingohr, die zugleich Patin der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist. Sie stellte sich und ihre Arbeit im Landtag vor und beantwortete Fragen der Jugendlichen.

Einen anderen Blick auf gesellschaftliches Engagement boten die „Omas gegen Rechts“ aus Schwerin. Brigitte Clemens-Weber und Brigitte Uhlig berichteten von ihren Erfahrungen und ermutigten die Jugendlichen, angesichts ihrer teils skeptischen Sicht auf die Zukunft der Demokratie selbst aktiv zu werden. „Nehmt den Ist-Zustand nicht so hin, geht raus, engagiert euch. Gestaltet eure Welt mit“, sagt Brigitte Clemens-Weber. Brigitte Uhlig appellierte zudem an die Jugendlichen: „Unsere Bitte: Gehen Sie wählen.“

Die „Omas gegen Rechts“ agieren überparteilich und richten sich „gegen jede Form des Extremismus“. Sie sind in der Region unterwegs, an Schulen, auf Veranstaltungen – stehen an Infoständen, geben Workshops, organisieren Lesungen. Sie setzt sich für den Schutz der Demokratie, der Menschenrechte und des Rechtsstaates ein.

Appell an junge Wähler

Gerade jungen Menschen rieten die beiden, sich intensiv mit den Programmen der Parteien auseinanderzusetzen. „Bitte lesen Sie die Parteiprogramme. Hören Sie nicht nur auf die Versprechen der Politiker“, so Brigitte Uhlig. Und jeder sollte sich einfach selbst fragen: In was für einer Gesellschaft möchte ich leben?