Das 33. Drachenbootfestival auf dem Schweriner Pfaffenteich ist am Sonntag mit einer überraschenden Nachricht zu Ende gegangen: Die Veranstalter haben keine Termin für 2027 genannt und stattdessen eine Pause angekündigt. Nach Angaben der Organisatoren verfolgten rund 35.000 Zuschauer die drei Festivaltage vom 14. bis 16. August.
Sportliche Höhepunkte und Rekordzeit
Rund 2000 Aktive in 77 Teams waren gemeldet. Beim Sprint Cup der Stadtwerke Schwerin über 100 Meter siegten „de Zuariner“ aus Schwerin vor den „Sternberger Pastinetten“ und den „neu.sw Stromschnellen“. Über 200 Meter gewann am Sonntag „Fette Motte and Friends“ das A-Finale der Championsklasse Mixed in 45,73 Sekunden – nach Angaben der Veranstalter die schnellste Zeit, die jemals beim Großen Preis von Schwerin gefahren wurde. Damit geht der seit 2011 vergebene Wanderpokal erneut nach Neubrandenburg.
Am Sonnabend fuhren die Teams Vorläufe über 200 Meter und die Stadionrunde über 1000 Meter. Die schnellste Zeit des Tages erzielte das „HKC21 All Sports Team Hannover“ in der Open Class mit 4:09,70 Minuten. Im Mixed gewann „Fette Motte and Friends“ in 4:13,28 Minuten. Am Abend wurde das traditionelle Höhenfeuerwerk über dem Pfaffenteich für viele Besucher zum Höhepunkt.
Inklusion und Generationen im Boot
Die „Vielfalter“ waren nach eigenen Angaben das einzige inklusive Team im Starterfeld. Annette und Thomas Peters, Team-Captains und Trainer, betonten: „Für uns geht es einfach nur darum, dass wir Sport machen, ein schönes Wochenende haben und alle gesund wieder nach Hause kommen.“ Die „Hartcorallen“ aus Parchim brachten eine Altersspanne von 14 bis über 70 Jahren ins Boot und erreichten im A-Finale über 200 Meter Platz sechs in 53,16 Sekunden. Für das Frauen-Team von Amber Szczecin reisten Paddlerinnen aus Stettin, Posen und Berlin an.
Die Ladykracher, mit Unterstützung der Sternberger Pastinetten, gewannen das A-Finale der Frauen über 200 Meter in 52,19 Sekunden. In der Open Class erreichte Amber Szczecin in 47,24 Sekunden Platz drei.
Schreckmoment und Sicherheit
In einem der letzten Rennen kollidierten zwei Drachenboote, eines kenterte. Alle Paddler kamen nach Angaben der Veranstalter unverletzt an Land. Die Rennen wurden für knapp eine halbe Stunde unterbrochen. Während des gesamten Festivals waren Kräfte der DRK-Wasserwacht im Einsatz – sie gehörten zu den mehr als 100 freiwilligen Helfern.
Pause und Ärawechsel
Bei der Siegerehrung fehlte die übliche Ankündigung des Termins für die nächste Ausgabe. „Das Drachenbootfestival macht eine Pause“, verkündeten Michael Nowack und Chris Richter. Damit wird es im kommenden Sommer voraussichtlich kein Drachenbootfestival auf dem Pfaffenteich geben. Nowack und Richter haben das Festival elf Jahre lang als Chef-Organisatoren in der Kanurenngemeinschaft Schwerin verantwortet und werden künftig nicht mehr an dessen Spitze stehen. „Ein Festival mit 2.000 und mehr Teilnehmern sowie zig tausenden Besuchern zu stemmen – das macht man nicht einfach nebenbei“, sagte Nowack. Richter verwies auf die Arbeit der mehr als 100 freiwilligen Helfer sowie die notwendigen Rahmenbedingungen und Unterstützung von außen. Ein Termin für eine mögliche nächste Ausgabe bleibt offen.