Hafen Kaninchenwerder: Streit um Verpachtung und öffentliche Hand
Hafen Kaninchenwerder: Streit um Verpachtung

Der Hafen von Kaninchenwerder im Schweriner See ist zum politischen Streitpunkt geworden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer die Hafenanlage künftig bewirtschaften soll. Der aktuelle Inselpächter Daniel Schmidt von der „Garage 7“ wirbt für eine gemeinsame Verwaltung von Insel und Anleger. Eine Petition fordert dagegen, den Hafen dauerhaft in öffentlicher Hand zu belassen.

Pächter beklagt fehlende Befugnisse

Daniel Schmidt bewirtschaftet die Insel seit Juni. Der Hafen gehört bislang nicht zu seinem Verantwortungsbereich, was nach seinen Angaben immer wieder zu Problemen führt. Seine Mitarbeiter seien zwar regelmäßig vor Ort, hätten bei Verstößen auf der Steganlage jedoch kaum Handlungsmöglichkeiten.

„Wenn jemand auf dem Steg grillt oder am Hafen ein Lagerfeuer macht, möchten wir auch reagieren können“, sagt er. Auch die Kontrolle der Nutzungsgebühren und die Durchsetzung der Hafenordnung wären aus seiner Sicht einfacher, wenn Hafen und Insel aus einer Hand bewirtschaftet würden. In diesem Sommer habe es bereits Auseinandersetzungen mit Bootsbesitzern gegeben, in einzelnen Fällen sei sogar die Polizei eingeschritten. Als Inselpächter könne er jedoch weder eigenständig Hausverbote aussprechen noch Verstöße am Hafen ahnden.

Hinzu kommen aus seiner Sicht notwendige Investitionen. Beschädigte Klampen, verbogene Säulen und ein neuer Schutzanstrich stünden vor dem Winter an. „Wir möchten investieren, können diese Arbeiten aber nicht abrechnen, wenn wir nicht auch Pächter der Steganlage sind“, erklärt er.

Petition fordert öffentliche Hand

Die mögliche Verpachtung sorgt bei den Initiatoren einer Petition für Unruhe. Unter dem Titel „Der Bootsanleger Kaninchenwerder muss öffentlich bleiben!“ fordern sie Stadtverwaltung und Stadtvertretung auf, die Hafenanlage weiterhin vollständig in öffentlicher Hand zu belassen. Die Unterzeichner befürchten, dass die Nutzung künftig stärker reglementiert oder durch höhere Gebühren erschwert werden könnte. Sie verweisen darauf, dass die Hafenanlage mit öffentlichen Geldern saniert und ausgebaut wurde. Aus ihrer Sicht müsse eine mit Steuermitteln finanzierte Infrastruktur dauerhaft der Allgemeinheit dienen. Außerdem warnen sie davor, dass das Gemeinwohl hinter wirtschaftliche Interessen eines privaten Betreibers zurücktreten könnte.

Daniel Schmidt hält diese Befürchtungen für unbegründet. „Der Hafen auf Kaninchenwerder ist und bleibt der Öffentlichkeit zugänglich“, sagt er. Sein Betrieb lebe davon, dass Bootsfahrer auf Kaninchenwerder anlegen. Auch die Sorge vor deutlich steigenden Gebühren teilt er nicht. Preisänderungen könnten nicht eigenmächtig beschlossen werden, das sei alles in der Satzung festgelegt. Geplant sei, neue Sanitäranlagen mit Duschen und Toiletten zu bauen. Erst danach könne über eine Anpassung der Übernachtungsgebühren gesprochen werden.

Stadtpolitik prüft Testphase

Die Stadtpolitik beschäftigt sich inzwischen mit dem Thema. Die Stadtvertreter Henning Förster und Heiko Steinmüller haben auf der Stadtvertretersitzung am Montagabend beantragt, vor einem langfristigen Pachtvertrag zunächst eine einjährige Erprobungsphase durchzuführen und anschließend auszuwerten. Begründet wird dies mit der besonderen Bedeutung Kaninchenwerders für Naherholung und Tourismus.

„Wir hatten in der Vergangenheit nicht so viel Glück mit den Pächtern“, sagt Heiko Steinmüller. Man wolle nun mehr Transparenz, wenn es um langfristige Pachtverträge geht. Beobachtet werden solle, welche Auswirkungen das neue Bewirtschaftungskonzept auf den öffentlichen Zugang, die Nutzung des Hafens und die Pflege der Insel habe.

Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass die Insel derzeit nur auf Grundlage einer befristeten Nutzungsvereinbarung bis Juni 2027 bewirtschaftet wird. Dezernent Bernd Nottebaum kündigte an, die Wintermonate für weitere Vertragsverhandlungen zu nutzen. Der Abschluss eines neuen Vertrages sei in den kommenden Wochen nicht zu erwarten. Bei Änderungen werde die Stadtvertretung vorab beraten und beschließen. Der Antrag der Stadtvertreter Förster und Steinmüller zur Regelung zum Pachtvertrag Kaninchenwerder wurde am Montag in die Ausschüsse verwiesen.