INSA-Chef: AfD kann Platz eins halten, aber unter 40 Prozent
INSA-Chef: AfD kann Platz eins halten, aber unter 40 Prozent

Laut INSA-Chef Hermann Binkert spricht vieles dafür, dass die AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern Platz eins halten kann, aber unter 40 Prozent bleibt. Die SPD hat laut Umfrage ein größeres zusätzliches Wählerpotenzial.

Umfrage: AfD vorn, SPD mit mehr Potenzial

In der aktuellen INSA-Umfrage liegt die AfD sieben Punkte vor der SPD. Bei den sicheren Stimmen erreicht die AfD 32 Prozent, die SPD 25 Prozent. Die Potenzialanalyse zeigt jedoch: Die SPD könnte noch 16 Prozentpunkte hinzugewinnen, die AfD nur fünf. Damit läge die SPD beim maximalen Potenzial mit 45 Prozent vor der AfD mit 41 Prozent.

Binkert erklärte, die AfD könne zusätzlich Stimmen vom BSW gewinnen, falls der sogenannte Fallbeil-Effekt eintrete – wenn Wähler das BSW nicht wählen, weil sie eine verlorene Stimme befürchten.

CDU vor Zerreißprobe

Die CDU habe eine große Schnittmenge mit der SPD und könnte vor allem Stimmen von bisherigen SPD-Wählern gewinnen, so Binkert. Ein Erreichen von SPD oder AfD scheine jedoch ausgeschlossen. Bei einem Wahlergebnis wie in der Umfrage stünde die CDU vor zwei rechnerisch möglichen Regierungsoptionen: als Juniorpartner der AfD oder in einem Bündnis mit SPD und Linken – jeweils als kleinster Partner.

Ein Bündnis aus SPD, Linken und CDU käme auf 50 Prozent der Wählerstimmen und wäre eine tragbare Mehrheit. Rot-Rot-Grün würde mit 45 Prozent nicht reichen, Blau-Schwarz läge bei 46 Prozent.

Bundespolitik und Briefwahl als Faktoren

Drei Viertel der Wähler sind unzufrieden mit der Politik der Bundesregierung und des Bundeskanzlers. Das sei ein Nachteil für CDU und SPD in Mecklenburg-Vorpommern, so Binkert. Eine Schwächung der Briefwahl könnte der AfD helfen, da sie am wenigsten von der Briefwahl profitiere.

Zur möglichen Auswirkung der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sagte Binkert, man dürfe den freien Willen der Wähler nicht unterschätzen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig binde nachweisbar viele Stimmen anderer Parteien an sich. Ohne sie wäre die SPD nicht bei 29 Prozent. Gewinne die SPD weitere Stimmen, könnten Grüne, CDU und Linke geschwächt werden – die Grünen lägen bei den sicheren Stimmen deutlich unter fünf Prozent.