Tag des offenen Denkmals: Stasi-Gefängnis und Kirchtürme locken Besucher
Tag des offenen Denkmals: Stasi-Gefängnis und Kirchtürme

Am Wochenende konnten rund um Neubrandenburg und Altentreptow historische Gebäude besichtigt werden. Das Angebot wurde von vielen Menschen genutzt. In der Neustrelitzer Straße 120 in Neubrandenburg sieht es wild aus: Sträucher und Büsche sprießen vor den hohen Mauern aus dem Boden. Normalerweise ist vor der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt wenig los – doch am Sonntag um 11 Uhr kamen gut 30 Personen zusammen und warteten vor den Toren.

Führung durch die ehemalige Stasi-Haftanstalt

Die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt, die bis 2018 genutzt wurde, öffnete am Tag des offenen Denkmals für ein interessiertes Publikum. Thoralf Maaß, der zu DDR-Zeiten selbst dort gefangen war, führte am Sonntag drei Mal durch das verlassene Gelände. „Ich brauche das. Das ist meine Aufarbeitung“, sagte er dem Nordkurier.

Üblicherweise werden zwischen April und Oktober Führungen angeboten. Die nächste und letzte Veranstaltung dieser Art ist für den 3. Oktober geplant. Auch im kommenden Jahr soll es mit den Führungen weitergehen, kündigte Thoralf Maaß an. Dass das Ganze funktioniert, hänge mit der guten Zusammenarbeit zwischen dem Stasi-Unterlagen-Archiv und dem Verein „Gedenkort Lindenberg“ zusammen.

Kirchtürme und historische Anlagen in der Region

In Altentreptow ging es für die Besucher in luftige Höhen. 40 bis 45 Meter hoch ging es für diejenigen, die am Sonntag den auch von vielen Vögeln bewohnten Kirchturm der St.-Petri-Kirche betraten. „Wir beteiligen uns jedes Jahr am Tag des offenen Denkmals“, sagte Pastor Michael Giebel. Seit der abgeschlossenen Sanierung im Jahr 2018 könne der Kirchturm wieder betreten werden. „Uns ist wichtig, dass wir die Kirche offenhalten“, betonte er.

Weit nach oben ging es auch in Friedland, dort konnte unter anderem der Fangelturm besucht werden. Viele Jugendliche hätten den Turm besucht, erzählte Kathrin Rösler vor Ort. Sie empfing die Gäste am Fuß des Turmes. Für die gesamte Region sei wichtig, „dass man sieht, was hier eigentlich war, und erkennt, dass Friedland ganz viel spannende Geschichte hatte“, erzählte sie. Der Tag des offenen Denkmals biete eine gute Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen.

Wasser und Gärten als Themen

In Friedland stand am Sonntag das Thema „Wasser“ im Mittelpunkt. „Die Wege des Wassers und die historischen Anlagen, die die Versorgung der Stadt einst ermöglichten und bis heute prägen“ wurden den Einwohnern präsentiert. Zwar kam das Wasser kurzzeitig nieselartig aus dem Himmel, doch davon ließen sich die Friedländer nicht abschrecken. Viele Besucher fanden sich auf dem Gelände des Wasser- und Abwasser-Zweckverbandes ein, um unter anderem den unter Denkmalschutz stehenden Reinwasserbehälter zu erkunden.

Neben vielen historischen Denkmälern standen am Wochenende auch Pflanzen und Kräuter im Mittelpunkt. Im Rahmen der „Offenen Gärten“ öffneten zahlreiche Grünanlagen ihre Tore. Auch auf die Stargarder Höhenburg kamen hunderte Leute, um den Wurz- und Krautgarten zu besichtigen. „Burg Stargarder haben wir selten hier“, erzählte Katja Helfer vom Förderverein Höhenburg Stargard. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Frank Saß führte die Schatzmeisterin die Besucher durch die Anlage. Auch Berliner, Hamburger und Schweriner waren vor Ort. Von den Besuchern gebe es jedes Mal großes Lob für den Garten, freute sich Katja Helfer.