Peenestrombrücke: Betonarbeiten für Pfeiler beginnen in Wolgast
Peenestrombrücke: Betonarbeiten für Pfeiler starten

Rund zweieinhalb Monate nach dem offiziellen Baustart für die neue Peenestrombrücke in Wolgast soll das Bauwerk nun sichtbar in die Höhe wachsen. Auf der Festlandseite beginnen nach Angaben des Landesstraßenbauamtes die Betonarbeiten für die ersten oberhalb der Grundfläche aufsteigenden Pfeilerbauteile. „Damit werden zunehmend auch oberhalb des Geländes sichtbare Teile der künftigen Brücke entstehen“, so die Behörde.

Vorbereitung im Peenestrom

Ebenfalls auf der Festlandseite haben demnach auch Erdarbeiten für den sogenannten Taktkeller begonnen. „Von dort aus soll ein Teil des späteren Brückenüberbaus über die Pfeiler vorgeschoben werden“, erklärte das Landesamt. Zum Brückenüberbau zählt unter anderem die Fahrbahn.

Zudem liefen im Peenestrom die ersten Vorarbeiten für die Gründung der Brückenpfeiler. „Dafür werden unter anderem Spundwände eingebracht. Sie sichern die Uferbereiche und schaffen die notwendigen Arbeitsflächen für die weiteren Gründungsarbeiten.“

Im Mai hatten Arbeiter die erste Spundwand der künftigen Uferkante auf der Festlandseite in den Grund des Peenestroms gerammt.

Größtes Straßenbauprojekt Mecklenburg-Vorpommerns

Die Brücke ist Teil der inzwischen mit mehr als 500 Millionen Euro veranschlagten Ortsumgehung Wolgast, die als neue Zufahrt auf die Ostseeinsel Usedom dienen soll. Es handelt sich um das derzeit größte Straßenbauprojekt Mecklenburg-Vorpommerns. Die Verantwortlichen rechnen derzeit damit, dass die Ortsumgehung Ende 2029 freigegeben werden kann.

Die Brücke soll 1,4 Kilometer lang werden – mit 70 Meter hohen Pylonen und einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom. Die Zügelgurtbrücke soll früheren Angaben zufolge die größte ihrer Art in Europa werden.

Auch neue Querung für Otter entsteht

Im Rahmen der Ortsumgehung entsteht zudem unter anderem eine etwas bescheidenere Brücke – speziell für Otter. An der Bundesstraße 111 bei Kölpinsee auf Usedom laufen Arbeiten für eine neue Unterführung für die Tiere, wie das Landesstraßenbauamt bereits im Juli mitgeteilt hat. Die Bundesstraße sei dort eine deutliche Barriere für die Tiere – es seien zahlreiche tote Otter gefunden worden.

Kostenpunkt dieses Teilprojektes: rund 4,5 Millionen Euro. „Da die Maßnahme Bestandteil des Neubaus der Ortsumgehung Wolgast ist, wird sie durch die Bundesrepublik Deutschland finanziert“, so die Behörde.

Vereinzelte Hindernisse im Untergrund

Für die Peenestrombrücke wurden laut Landesamt auf der Festlandseite bereits die Gründungen für das Widerlager und vier Pfeilerstandorte hergestellt. „Dafür entstanden je Standort sechs bis acht Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,50 Metern und einer Länge von bis zu 45 Metern.“ Für den Festlandpfeiler im Bereich des Hafens sind 25 Bohrpfähle vorgesehen, die rund 58 Meter tief in den Untergrund reichen.

„Die Arbeiten kommen insgesamt gut voran“, so die Behörde. „Vereinzelt sind jedoch Hindernisse im Untergrund aufgetreten.“ An der Hafenkante mussten demnach zunächst Bauteile unter Wasser beseitigt werden, bevor die Spundwände in den Untergrund gerammt werden konnten. An einem weiteren Pfeilerstandort seien zudem Reste eines Gebäudes gefunden worden, das bereits in den 1990er-Jahren abgerissen worden war. Diese Reste würden derzeit entfernt, damit die Arbeiten an der Baugrube fortgesetzt werden können.