Der AfD-Politiker Tommy Thormann, der für den Wahlkreis Vorpommern-Rügen in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eingezogen ist, sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Er soll bei einer Handgeste das sogenannte White-Power-Zeichen gezeigt haben. Nun hat er sich öffentlich bei Instagram zu dem Vorfall geäußert.
Video mit umstrittener Geste sorgt für Aufsehen
Thormann hatte bei Instagram ein Video veröffentlicht, das eine Geste zeigt, bei der Zeigefinger und Daumen einen Kreis bilden und die anderen drei Finger gespreizt sind. Diese Geste wird von Rechtsextremen als „White Power“-Zeichen genutzt. Das Video stammt aus dem MV-Landtag. Kritiker werfen ihm vor, die Geste bewusst politisch gezeigt zu haben. Thormann bestreitet dies.
SPD fordert Ausschluss aus der Fraktion
SPD-Fraktionschef Julian Barlen hatte die AfD-Spitze aufgefordert, Thormann aus der Landtagsfraktion auszuschließen. „Die AfD belegt einmal mehr, wie tief der Rechtsextremismus in ihren Reihen verankert ist. Das ist nicht tolerierbar und eines deutschen Landesparlamentes unwürdig“, erklärte der Sozialdemokrat.
Thormann relativiert die Geste in einem Video
In seinem Video trinkt Thormann offenbar ein Dosenbier und wird gefragt, ob es schmeckt. Er antwortet mit „wunderbar“ und zeigt erneut die Geste in die Kamera. Er sagt, SPD, Linke, Grüne und die Medien würden behaupten, dass „diese OK-Geste White Power heißt“. Komisch sei, dass diese Handgeste auch von Drogeriemärkten zu Werbezwecken benutzt werde. Zudem hätten andere Politiker die Geste früher ebenfalls gezeigt.
Thormann lässt in dem Video die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), den einstigen US-Präsidenten Barack Obama und CDU-Politiker Philipp Amthor, der aus Ueckermünde stammt, mit derselben Handgeste einblenden. Ob diese Politiker die Geste wirklich gezeigt haben, lässt sich in Zeiten von KI nicht unabhängig verifizieren. Thormann beharrt darauf, dass er die OK-Geste machen wollte, und bezeichnet die Kritik als „absolut lächerlich“. Zudem sagt er: „Und wer ernsthaft glaubt, dass ich deswegen aus der Fraktion ausgeschlossen werde, den muss ich leider enttäuschen.“