Sicherheitslücken abseits von Türen und Fenstern: Polizei warnt
Einbruchschutz: Polizei warnt vor Sicherheitslücken

In keiner Region Mecklenburg-Vorpommerns hat die Polizei 2025 so viele Wohnungseinbrüche registriert wie in der Mecklenburgischen Seenplatte. 171 Fälle zählte sie dort – mehr als in jedem anderen Kreis des Landes. Es folgen die Hansestadt Rostock mit 155 und Vorpommern-Greifswald mit 140 Fällen. Landesweit wurden 933 Einbrüche erfasst, nach 939 im Jahr zuvor. Das Landeskriminalamt teilte diese Zahlen auf Anfrage mit.

Eine Auswertung der Tatzeiten der Jahre 2023 bis 2025 zeigt: Die Einbrüche verteilen sich fast gleichmäßig über die Jahreszeiten. Eine Sommerhochsaison gibt es nicht. Dennoch ist die Urlaubszeit riskant, weil ein Haus oder eine Wohnung dann besonders lange leer steht.

Gelegenheitsdiebe nutzen einfache Schwachstellen

Die meisten Täter sind keine Profis, sondern Gelegenheitsdiebe mit einfachem Hebelwerkzeug, teilt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes mit. Eingebrochen wird vor allem, wenn niemand da ist – oft tagsüber. Ein gekipptes Fenster, eine nicht abgeschlossene Terrassentür oder eine im Garten herumstehende Leiter erleichtern den Tätern den Zugang.

Entscheidend ist die Technik am Fenster. Ungesicherte Fenster lassen sich in Sekunden aufhebeln. Ein nach Widerstandsklasse RC2 geprüftes Bauteil hält dagegen mindestens drei Minuten stand, weil fest verankerte Pilzkopfzapfen beim Schließen in den Rahmen greifen. Da Täter unter Zeitdruck stehen und schnell aufgeben, wirkt schon diese Verzögerung abschreckend. Nach der Kriminalstatistik blieben 2025 landesweit 44,9 Prozent aller Einbrüche im Versuch stecken – fast jeder zweite.

So wirkt ein Haus bewohnt

Wer verreist, sollte sein Zuhause bewohnt wirken lassen. Zeitschaltuhren schalten Lampen oder ein Radio zu wechselnden Zeiten ein. Digitale Modelle mit schwankenden Zeitfenstern wirken glaubwürdiger als ein starres Muster. Rollläden bleiben besser oben oder werden von Nachbarn bewegt, denn ein tagelang unverändertes Bild verrät die Abwesenheit ebenso wie ein voller Briefkasten. Zeitungen sollten für die Reisezeit abbestellt werden.

Aufmerksame Nachbarn sind einer der wirksamsten Schutzfaktoren und kosten nichts. Die Polizei rät, Vertraute vor der Reise zu informieren und den Briefkasten leeren zu lassen. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, soll die 110 anrufen – das gilt schon fürs verlängerte Wochenende. Die Kampagne K-EINBRUCH warnt zudem davor, Urlaubsfotos während der Abwesenheit in sozialen Netzwerken zu zeigen.

Regeln für Mieter und vernetzte Technik

Mieter dürfen Beschläge häufig nicht selbst austauschen. Die Kriminalprävention empfiehlt einen schriftlichen Antrag beim Vermieter: Geprüfter Einbruchschutz steigert den Wert der Wohnung, viele Eigentümer zahlen mit. Sonst bieten sich rückbaubare Sicherungen an, die sich beim Auszug spurlos entfernen lassen. Bargeld und Schmuck gehören laut Polizei ins Bankschließfach.

Von digitaler Technik rät die Polizei nicht ab, mahnt aber zur Vorsicht. Vernetzte Kameras, Lichtsteuerung per App oder Bewegungsmelder sind nur so sicher wie das Netzwerk dahinter. Wer solche Geräte nutzt, sollte voreingestellte Passwörter ändern und Sicherheitsupdates sofort einspielen. Den Fernzugriff sollte man nur dann aktivieren, wenn man ihn braucht.

Kostenlose Beratung im Land

Sechs kriminalpolizeiliche Beratungsstellen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, unter anderem in Neubrandenburg und Anklam. Die Berater kommen auf Wunsch ins Haus, zeigen Schwachstellen an Türen und Fenstern und nennen Fachbetriebe. Die Neubrandenburger Stelle sitzt in der Beguinenstraße 2 und ist unter 0395 55825134 erreichbar. Weitere Adressen finden sich im Internet.