Graffiti an neuer Brücke: Stadtpolitiker fordert härtere Strafen
Graffiti an neuer Brücke: Politiker fordert härtere Strafen

Die neue Brücke über den Ölmühlenbach in Neubrandenburg ist erst seit Anfang August wieder für Passanten geöffnet und bereits von allen Seiten mit Graffiti überzogen. Sprayer haben sogar die Außenflächen vom Wasser aus erreicht, begünstigt durch den niedrigen Wasserstand der anhaltenden Trockenheit.

Stadt will Brücke überstreichen

Die Stadt kündigte an, die Brücke zeitnah überstreichen zu lassen. „Aufgrund der Metalloberfläche hat sich gezeigt, dass ein Überstreichen im entsprechenden Farbton gegenüber einer unmittelbaren Entfernung der Graffiti die geeignetere Vorgehensweise darstellt“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage des Nordkurier mit. Der Aufwand sei überschaubar, auch wenn es wünschenswert wäre, ihn vermeiden zu können. Strafanzeige gegen Unbekannt sei erstattet worden.

Die Sprecherin betonte, dass trotz verschiedener Kampagnen, zahlreicher Gespräche und begleitender Öffentlichkeitsarbeit bislang kein nachhaltiger Rückgang von Graffiti an städtischen Gebäuden festzustellen sei. Die Reinigung verursache regelmäßig zusätzliche Kosten.

Kunstwerk als Alternative?

Dem Vorschlag eines Nordkurier-Lesers, die Brücke mit einem Kunstwerk zu versehen, steht die Stadt offen gegenüber. „An anderer Stelle konnten positive Erfahrungen damit gesammelt werden. Dabei zeigt sich, dass solche Gestaltungen auch eine gewisse Wertschätzung erfahren und dadurch weitere Schmierereien unterbleiben können“, so die Sprecherin. Man wolle dies intern weiter erörtern und prüfen, wie und zu welchen Kosten eine solche Gestaltung umgesetzt werden könnte.

Ratsherr fordert härtere Strafen

Der Malermeister und Ratsherr Hans-Jürgen Schwanke (Fraktion BSW/BfN) fordert härtere Strafen für Sprayer. „An vielen Stellen der Stadt werden Gelder eingesetzt, um sie für unsere Bürger schöner zu gestalten. Mit dem Ergebnis der Verschandelung und Zerstörung“, sagte er. Derlei Sachbeschädigung sei in seinen Augen kein Jugendstreich. Einer seiner Vorschläge: „Eine Woche den Kulturpark fegen.“ Schwanke ist Vorsitzender im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Ordnung und Sicherheit und will das Thema bei der kommenden Sitzung am 14. September behandeln.

In einem Leserbrief kritisierte Joachim Lindenau zudem das Verkleben von Hansa-Rostock-Stickern in der Stadt und schlug neue Gesetze vor, damit die Herausgeber solcher Aufkleber an den Kosten zur Beseitigung beteiligt werden können. Zur neuen Brücke sagte er: „Nach meiner subjektiven Meinung ist das Bauwerk technisch und gestalterisch sehr gelungen.“