Ofenbaumeister aus Strasburg: Hohe Energiepreise beflügeln Nachfrage nach Holzheizungen
Hohe Energiepreise: Holzheizungen stark gefragt

Die Öl- und Gaspreise hat Stefan Busse im Blick. Doch Schadenfreude kommt bei dem Ofen- und Kaminbaumeister aus Strasburg keineswegs auf. „Warum auch? Von den hohen Spritpreisen sind wir als Betrieb ja auch betroffen. Unsere Baustellen liegen im Umkreis von 60 bis 80 Kilometer. Da kommt einiges an Fahrkosten zusammen“, sagt der Strasburger. Zudem würden höhere Öl- und Gaspreise steigende Holzpreise nach sich ziehen, was wiederum so manchen seiner Kunden betreffe.

Nachfrage nach Holzheizungen ungebrochen

Trotzdem verhehlt der Handwerksmeister nicht, dass sein Gewerk von hohen Energiepreisen auch profitiert. Holzheizungen wie Kamine und Öfen seien nach wie vor gut gefragt. „Vor wenigen Jahren wollten Kunden damit der allgemeinen Energieknappheit begegnen. Heute ist für viele der deutliche Preisanstieg bei Öl und Gas meist der Grund. Auf längere Sicht rechnet sich eine Holzheizung nach wie vor. Zumal moderne Holzheizungen auch eine Lebensdauer von etwa 50 Jahren haben“, erklärt der Ofenbaumeister.

Zu beobachten sei auch, dass sich ältere Kunden in ihrem „frischen Rentnerdasein“ etwas für das Haus anschaffen. Früher sei ein Kamin als Luxus angesehen worden, den man im Arbeitsalltag nicht brauchte. Weil sie nun den ganzen Tag zu Hause seien, würden Kunden dies als Rentner anders sehen. „Während wir früher von zehn Holzheizungen acht in Neubauten eingebaut haben, ist es nun genau andersherum. Viele wollen in älteren Gebäuden nachrüsten“, sagt Stefan Busse. Mit Holzheizungen mache man sich unabhängiger von Öl und Gas und deren Preisentwicklung.

Nachrüstung und Kombiöfen gefragt

Das spüre er auch bei den Anfragen zum nachträglichen Einbau eines Schornsteins. Dies sei nicht immer einfach zu realisieren und müsse vor Ort geprüft werden. Der Einbau einer Holzheizung könne schon einmal am fehlenden Schornstein scheitern. Nach Angaben des Ofenbaumeisters sind vor allem Kombiöfen gefragt, eine Zwischenlösung zwischen Kamin und Ofen. Während ein Grundofen in der Regel einen Raum beheize, seien es bei einem Kombiofen zwei bis drei Räume. „Viele Kunden wünschen sich einen Kamin. Nach der Beratung haben sich dann etliche für einen Kombiofen entschieden“, schildert der Strasburger.

Die Beratung vor Ort sei für die Kunden kostenfrei, fügt er hinzu. Dies gelte auch für Kunden, die einen alten Kamin austauschen müssen, weil sie für den bestehenden kein Zertifikat mehr vom Schornsteinfeger bekommen. Auf Wunsch könne man auch einen Holzhändler vermitteln.

Vielseitiger Beruf und offene Tür

„Wir bauen auch weiterhin klassische Kachel-Öfen ein oder setzen diese instand, zum Beispiel in Gutshäusern. Solche Aufträge machen natürlich Spaß“, sagt der Handwerksmeister, zu dessen Strasburger Betrieb noch vier Mitarbeiter gehören. Der Beruf des Ofenbauers sei sehr vielseitig, man sei Fliesenleger, Trocken- und Metallbauer sowie Metallbauer in einem. Dieses individuelle Handwerk sei auch in Zukunft nicht durch Maschinen zu ersetzen, zeigt sich Stefan Busse überzeugt.

Wer sich über den Kaminbau oder anderen Formen von Holzheizungen informieren möchte, kann dazu den Tag der offenen Tür am Sonnabend, 3. Oktober, nutzen. Der Meisterbetrieb ist an diesem Tag von 9 bis 18 Uhr im Wismarer Weg 11 in Strasburg geöffnet.