Landfleischerei Torney meldet Insolvenz an – 100 Jobs betroffen
Landfleischerei Torney meldet Insolvenz an (16.08.2026)

Die Torney Landfleischerei Pripsleben hat beim Amtsgericht Neubrandenburg Insolvenz angemeldet. Das Gericht hat das Verfahren am 7. August 2026 angeordnet und zugleich die Eigenverwaltung gestattet. Zum Sachwalter wurde der Neubrandenburger Rechtsanwalt Michael Busching bestellt, der bereits mehrere Insolvenzverfahren in der Region begleitet hat.

Sanierung unter Aufsicht

Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsleitung im Amt und führt den Betrieb fort. Der Sachwalter überwacht die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorgaben. Das Gericht lässt diesen Weg nur zu, wenn es die Sanierung als aussichtsreich bewertet. Nach Angaben von Busching soll die Produktion, die Auslieferung und der Filialbetrieb unverändert weiterlaufen.

Die Löhne der rund 100 Beschäftigten sind vorerst für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Ziel sei es, wirtschaftliche Altlasten zu ordnen und sowohl die Arbeitsplätze als auch die regionalen Verkaufsstellen zu erhalten, erklärte Busching.

Firmengeschichte und aktuelle Lage

Das Unternehmen in Pripsleben bei Altentreptow stellt seit 1993 Fleisch- und Wurstwaren sowie Feinkost her. Der Vertrieb erfolgt über Bedientheken im regionalen Lebensmitteleinzelhandel. Zuletzt belasteten eine verhaltene Konsumstimmung und gestiegene Kosten die wirtschaftliche Entwicklung, wie das Unternehmen mitteilt. Die Eigenverwaltung soll eine geordnete Bearbeitung der Verbindlichkeiten ermöglichen und die operative Substanz sichern.

Die operative Führung hat Ende Juli der Sanierer Michael Witt übernommen. Die bisherigen Geschäftsführer Hans-Dieter Gabel und Frank Wegner bleiben dem Unternehmen mit ihrer Erfahrung verbunden. „Die Produktion ist ausgelastet“, wird Witt zitiert.

Zwei Wege für die Zukunft

Für die Fortführung prüft das Unternehmen zwei Optionen: einen Insolvenzplan mit Eigenfortführung oder den Einstieg eines Investors. Eine Entscheidung soll fallen, sobald belastbare Angebote vorliegen. In beiden Fällen bleibt das Ziel, den Betrieb fortzuführen und Arbeitsplätze sowie Verkaufsstellen zu sichern.

Für die Kundinnen und Kunden soll sich nach Unternehmensangaben nichts ändern. Die Bedientheken bleiben geöffnet, die Belieferung läuft weiter. Wer weiterhin bei Torney einkauft, trage zum Erhalt der rund 100 Arbeitsplätze und der regionalen Verkaufsstellen bei, hieß es.