Nach Bad im Kiessee: Familie erkrankt – Behörde prüft Wasser
Nach Bad im Kiessee: Familie erkrankt – Behörde prüft

Eine Familie aus der Region behauptet, nach dem Baden im Kiessee in Krugsdorf erkrankt zu sein. Das Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat das Wasser zuletzt am 29. Juli 2026 beprobt und keine Auffälligkeiten festgestellt.

Erkrankungen nach dem Badespaß

Jan P. (Name bekannt) radelte seit Ende Mai regelmäßig zum Kiessee. Vor vier Wochen entwickelte der 48-Jährige hohes Fieber, Schüttelfrost und eine Wundrose (Erysipel) am Bein. Wenig später starb sein Hund. Die konsultierten Mediziner erklärten, dass Keime im Seewasser die Beschwerden mitverursacht haben könnten.

Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes) lösen in den meisten Fällen ein Erysipel aus. Sie dringen über kleine Hautverletzungen in die oberen Hautschichten und Lymphwege ein. Jan P. und sein Arzt vermuteten, dass ein großflächig aufgekratzter Insektenstich als Eintrittspforte diente.

Sohn ebenfalls betroffen

Drei Wochen später fuhr er mit seinem 16-jährigen Sohn zum Bereitschaftsarzt. Der Teenager war in den Ferien mehrmals hintereinander im Krugsdorf schwimmen und tauchen gegangen. Bei ihm entzündete sich ein Schnitt an der Wade so stark, dass der Arzt hochdosierte Antibiotika verschrieb.

Behörde sieht keine Auffälligkeiten

Der Nordkurier fragte beim Landkreis Vorpommern-Greifswald nach. Die Pressestelle teilte mit, dass die Beprobung durch das Gesundheitsamt zuletzt am 29. Juli 2026 erfolgt sei. „Wir führen die Beprobungen gemäß Badegewässerlandesverordnung durch und wiederholen sie in regelmäßigen Abständen. Bisher stellten wir für den Kiessee in Krugdorf keine Auffälligkeiten fest. Außerdem sind dem Landkreis keine weiteren Fälle bekannt“, erklärte Pressesprecherin Nele Hartleben.

Am Kiessee ist in diesen Tagen wieder viel los. Die Betreiber des Campingplatzes versorgen Besucher an der Badestelle mit Imbissangeboten. Behörden und Prüfinstitute bescheinigten dem See, der durch die Kiesgewinnung für ein Betonwerk in Pasewalk entstand, bisher stets ausgezeichnete Qualität. Der See erreicht eine Tiefe von bis zu 25 Metern.