Prerow: Badegäste bedrängen jungen Schweinswal – Nationalparkamt mahnt zu Abstand
Prerow: Badegäste bedrängen jungen Schweinswal

In der Bucht von Prerow im Landkreis Vorpommern-Rügen ist ein junger Schweinswal gesichtet worden. Das Tier befand sich nahe der Kernzonengrenze des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. In dem streng geschützten Gebiet kamen unachtsame Badegäste dem jungen Wal im flachen Wasser viel zu nahe und bedrängten ihn offensichtlich, wie das Nationalparkamt mitteilte.

Ehrenamtliche Mitarbeiterin greift ein

Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin wies die Badegäste zurecht. Dadurch konnte verhindert werden, dass das Tier an den Strand abgedrängt wurde und weiterem Stress ausgesetzt wurde.

„Junge Meeressäuger, seien es Robben oder Wale, brauchen dringend Ruhe und großen Abstand von Menschen, damit das Jungtier zur Mutter findet und es keinem Stress ausgesetzt wird. Davon hängt ihr Überleben ab“, erklärte der Leiter des Nationalparkamtes, Gernot Haffner. Grundsätzlich sollten 100 Meter Abstand zu den Tieren gehalten werden.

Verstärkte Überwachung der Flachwasserbereiche

Alle Flachwasserbereiche werden laut Haffner verstärkt überwacht. Die Behörde reagiert damit auf den Vorfall in Prerow.

Totes Schweinswalbaby bei Wittow gefunden

Bereits am Donnerstag wurde ein totes Schweinswalbaby auf der Insel Rügen am Nordstrand bei Wittow von Mitarbeiterinnen des Nationalparkamtes geborgen. Das Tier wurde zur weiteren Untersuchung dem Deutschen Meeresmuseum übergeben.

„Hier war die Nabelschnur noch deutlich erkennbar. Der Verwesungsgrad des Jungtieres deutet auf einige Tage auf See hin. Fallen Stürme, wie die der vergangenen Tage, in die Kalbungszeit von Schweinswalen, kann es passieren, dass Neugeborene von ihren Müttern getrennt werden. Inwieweit ein Wiederfinden in dieser sensiblen Zeit möglich ist, ist noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt“, so Stephanie Puffpaff, Sachgebietsleiterin Forschung und Monitoring im Nationalparkamt Vorpommern.