Quecksilber-Fall: Lieferfahrzeug in der Mecklenburgischen Schweiz aufgetaucht
Quecksilber-Fall: Lieferfahrzeug in Mecklenburgische Schweiz aufgetaucht

Der Fall um einen mit Quecksilber kontaminierten Blumenstrauß hat ein Lieferfahrzeug in der Mecklenburgischen Schweiz aufgespürt. In Groß Wokern rückten Feuerwehr und Polizei aus, wie das Polizeipräsidium Rostock bestätigt.

Einsatz in Groß Wokern

Bereits am vergangenen Wochenende wurden die Feuerwehren der Region alarmiert. Im Einsatzbericht der Feuerwehr Groß Wokern hieß es zum Alarmstichwort: „X3 im DHL-Fahrzeug, unbekannte Substanz vermutlich kleine Menge Quecksilber/Arsen, KBM und Fachberater unterwegs, Polizei vor Ort“.

Das Polizeipräsidium Rostock erklärte: „Bei dem festgestellten Lieferfahrzeug in Groß Wokern handelt es sich um das Auto, welches für die Blumenlieferung am 18. September 2026 in Neustadt-Glewe zuständig war.“ Die Ermittler hatten das Fahrzeug im Rahmen ihrer Arbeit aufgespürt.

Hintergrund des Falls

Alles begann in Neustadt-Glewe im Landkreis Nordwestmecklenburg, als eine Frau online Blumen bestellte. Nach der Lieferung bestand der Verdacht einer Quecksilberkontamination in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Spezialkräfte der Hamburger Feuerwehr bestätigten den Verdacht des hochgiftigen Stoffes.

Zwei Frauen kamen ins Klinikum in Rostock, konnten aber rasch entlassen werden. Ein Paketzentrum in Leizen musste evakuiert werden, nachdem sich eine Zustellerin mit Beschwerden, die einer Vergiftungserscheinung ähnelten, an die Polizei gewandt hatte. Dort stellte sich heraus, dass es sich nicht um Quecksilber, sondern um Galinstan handelte, eine quecksilberfreie Metalllegierung.

Feuerwehr im Einsatz

In Groß Wokern rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot gegen 20 Uhr aus. Kreisbrandmeister Mayk Tessin berichtete, dass etwa 40 Kameraden, also der gesamte Gefahrgutzug Süd sowie die örtlich zuständige Feuerwehr Groß Wokern, im Einsatz waren. „Wir wurden alarmiert, weil angenommen wurde, dass ein Gefahrstoff ausgetreten ist“, so Tessin.

Um das Fahrzeug wurden Absperrungen eingerichtet. Die Feuerwehr griff jedoch nicht ein, da sie nur für die Beseitigung von Umweltgefahren als Sofortmaßnahme zuständig ist. „Dazu hätte etwas in die Umwelt austreten müssen, doch das war nicht der Fall“, erklärte Tessin. Für die Beseitigung in einem Fahrzeug sei der Unternehmer oder Besitzer des Fahrzeuges zuständig.

Fahrzeug beschlagnahmt

Laut Polizei wurde das Fahrzeug beschlagnahmt und per Abschlepper an die Kriminalpolizeiinspektion Schwerin überführt. Die Untersuchungen der sichergestellten Proben laufen.

Das Polizeipräsidium betonte: „Wir gehen weiterhin nicht von einem Anschlag oder Sabotageakt/Spionageakt eines fremden Landes aus.“ Die Ermittlungen dauern an.