Waldbrandgefahr im Norden steigt: Höchste Warnstufe in MV erreicht
Waldbrandgefahr im Norden steigt deutlich an

Die Waldbrandgefahr in Norddeutschland steigt wegen der anhaltenden Hitze deutlich an. In Niedersachsen gilt an 33 von 48 Messstationen die zweithöchste Warnstufe 4. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist die Lage angespannt: An 5 von 26 Messstationen wurde die Gefahrenstufe 4 erreicht. In Bremen gilt an einer von zwei Stationen Stufe 4.

Prognose für Freitag: Hohe Gefahr fast überall

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet einen Temperaturanstieg auf bis zu 37 Grad im Südwesten Niedersachsens und im Raum Hannover. Die Waldbrandgefahr bleibt daher am Freitag hoch. Laut Prognose soll die zweithöchste Gefahrenstufe in Niedersachsen in nahezu allen Landesteilen erreicht werden, ausgenommen Küstenregionen und Teile des Harzes.

Auch im restlichen Norden steigt die Gefahr: In Mecklenburg-Vorpommern soll am Freitag an zwölf Stationen Stufe 4 gelten, in Schleswig-Holstein an neun von 26, in Bremen an beiden und in Hamburg an einer von zwei Messstationen.

Entspannung am Samstag – außer in MV

Mit dem für Samstag erwarteten Wetterwechsel samt Niederschlägen soll sich die Situation in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein etwas entspannen. In Mecklenburg-Vorpommern bleibt die Lage jedoch angespannt: In Feldberg/Mecklenburg steigt die Gefahr sogar auf die höchste Warnstufe an.

Die Forstwissenschaftlerin Tanja Sanders vom Thünen-Institut in Braunschweig erklärte, die zeitnahe Auswirkung der Hitze auf die Waldbrandgefahr liege an der Trockenheit der Wälder. Im Frühsommer und Sommer sei die Lage besonders angespannt. „Jede weitere Hitzewelle in dieser Phase erhöht entsprechend kurzfristig die Entzündungsgefahr“, sagte Sanders. Die grundsätzliche Gefährdung durch mehr heiße und trockene Tage aufgrund des Klimawandels habe sich in den vergangenen Jahren verschärft.

Menschen oft Verursacher von Waldbränden

Ursache für Waldbrände seien allerdings häufig Menschen, so die Expertin. Viel Fahrlässigkeit, in einigen Fällen Vorsatz – und eigentlich müsste noch „Dummheit“ als Kategorie hinzugefügt werden, sagte Sanders: „Grillen am See bei trockenen 40 Grad Celsius im Kiefernforst ist keine Fahrlässigkeit mehr und aus gutem Grund verboten.“

Auch Roland Pietsch, Leiter des Nationalparks Harz, ärgert sich über entsprechendes Verhalten bei erhöhter Waldbrandgefahr. „Ich finde es absolut rücksichtslos, wenn Leute dann im Nationalpark oder überhaupt in Tourismusgebieten Feuer machen“, sagte Pietsch.

In dieser Woche war es in Niedersachsens Wäldern bereits zu mehreren Bränden gekommen. Knapp drei Tage lang kämpften Feuerwehrleute gegen ein Feuer nahe der A7 zwischen Lutterberg und Hedemünden (Landkreis Göttingen). Bis zu sechs Hektar Wald brannten, die Autobahn musste zeitweise gesperrt werden. Weitere kleinere Waldbrände gab es in Lingen (Emsland) und in Unterlüß (Landkreis Celle). In Lingen brannten rund 3.000 Quadratmeter, die Feuerwehr wurde vom THW unterstützt.