Ausgebüxter Berberaffe soll nach Teneriffa ziehen
Ausgebüxter Berberaffe soll nach Teneriffa ziehen

Ein ausgebüxter Berberaffe hat am Mittwoch und Donnerstag die Mitarbeiter des Ueckermünder Tierparks beschäftigt. Das Männchen lief am Mittwoch gegen 19 Uhr über die Mühlenfeldstraße neben dem Zoo und kletterte auf Bäume. Polizei und Tierpfleger konnten es am Abend nicht mehr einfangen.

Lockversuche mit Obst

Am Donnerstag versuchten die Tierpfleger, das Tier mit Leckerlis anzulocken. Tierparkdirektorin Katrin Töpke sagte: „Wir versuchen, ihn mit Leckerlis zu locken.“ Das Männchen nehme gern frisches Obst wie Melone und Weintrauben an. Doch es ließ sich weder von den Bäumen noch von einem Gewächshaus locken, auf dem es zwischenzeitlich saß.

Anders als bei der Flucht im Vorjahr, als zehn Affen über den Gehegezaun ausbüxten, riss der Berberaffe diesmal nicht aus dem Affenwald aus. Töpke ist überzeugt, dass die Spaziergänge außerhalb des Geheges nun wirksam unterbunden werden können. Im vergangenen Jahr waren dafür einige Bäume gefällt und Äste am Rand der Anlage entfernt worden, die die Affen für Bungee-Sprünge genutzt hatten. Auch einige Zaunfelder seien gerichtet worden.

Quarantänestation nicht richtig verschlossen

Das Männchen riss aus einer Quarantänestation aus, erklärte die stellvertretende Tierparkdirektorin Agata Furmann-Böttcher. Laut Töpke war dort ein Schieber nicht richtig geschlossen worden. Ein Mitarbeiter habe vergessen, den Bereich richtig zu verriegeln.

In die Quarantänestation war das Tier gebracht worden, weil es in gut zwei Wochen in einen Zoo auf Teneriffa wechseln soll. Dort solle es im Monkey Park heimisch werden und für Nachwuchs sorgen. Dafür sei es ausgewählt worden, so Töpke.

Entscheidung durch Erhaltungszuchtprogramm

Die Entscheidung für den Wechsel sei vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für bedrohte Arten des Europäischen Zooverbands (EAZA) getroffen worden, informierte die Tierparkdirektorin. Dort werde auch entschieden, ob und wann die Berberaffen im Ueckermünder Zoo wieder Nachwuchs bekommen sollen.

Laut dem Verband Zoologischer Gärten werden europaweit Zoos und Aquarien in den Programmen koordiniert, um den Erhalt und die langfristige genetische Vielfalt vieler bedrohter Tierarten in menschlicher Obhut sicherzustellen. Derzeit gebe es Programme für mehr als 400 Tierarten. Die teilnehmenden Zoos hätten sich verpflichtet, ihren Tierbestand zu managen und Daten über ihre Tiere zu sammeln. Außerdem würden sie Fortpflanzungen sorgfältig planen, um Inzucht zu vermeiden, und könnten gegebenenfalls Tiere für die Zucht an andere Zoos abgeben.

Der Affe war am Nachmittag noch nicht eingefangen. Im Tierpark geht man aber davon aus, dass er bald auf Reisen nach Teneriffa gehen kann.