DDR-Tomaten und krumme Zucchini: Hofladen in Koblentz lockt Kunden
DDR-Tomaten und krumme Zucchini in Koblentz

In der Gärtnerei Koblentz gehen derzeit Tomaten der Sorte Campos über den Tresen, eine Weiterentwicklung der beliebten DDR-Sorte Harzfeuer. Daneben bietet der Hofladen auch Gemüse an, das nicht der Norm entspricht, wie kleine Kartoffeln oder gekrümmte Zucchini. Rund 30 Kunden kamen an einem Mittwoch, an manchen Tagen sind es 50 bis 100.

Beliebte Tomatensorte Campos

Die Kunden schätzen vor allem die „Koblentzer Tomaten“, wie die Sorte Campos genannt wird. Sie ist mittelgroß, dunkelrot und kugelrund – ein Tomatenklassiker. Die ältere Sorte Harzfeuer, ein ostdeutsches Original, wird ebenfalls noch angebaut, allerdings in geringerem Umfang. Gundel Bartz, Leiterin der Gärtnerei, erklärt: „Sie trägt mehr. Harzfeuer war zuletzt überzüchtet für den Erwerbsgartenbau. Für Hobbygärtner ist sie aber weiter geeignet.“

Die Nachfrage nach roten Tomaten ist groß, manche Kunden kaufen fünf Kilogramm auf einmal. Andere Sorten wie Fleischtomaten Ochsenherz und Pyros, Stabtomate Panovia und Cherrytomate Dasher gehen ebenfalls gut. Experimente mit schwarzen, gestreiften oder lilafarbenen Tomaten hätten sich nicht bewährt, so Bartz.

Gemüse mit Makeln und ohne Chemie

Im Gemüseregal finden sich neben wohlgeformtem Gemüse auch Produkte, die nicht der Norm entsprechen. „So etwas würde es nie in Supermärkte schaffen“, sagt Bartz. Die meisten Kunden störten sich nicht daran. Die Gärtnerei ist die einzige in der Region, die eigene Jungpflanzen zieht und Gemüse direkt auf dem Hof anbietet.

Bei der Produktion wird weitgehend auf Chemie verzichtet. Schlupfwespen bekämpfen die Weiße Tomatenfliege, Nematoden die Trauermücken, und Hummeln bestäuben die Blüten. „Wir sind kein Biobetrieb, aber ich versuche so viel wie möglich mit Nützlingen und natürlichem Dünger zu machen“, so Bartz.

Erntefest und Praktikum

Die Gärtnerei beteiligt sich am Erntefest mit weltgrößtem Wiesencafé am 30. August auf Gut Borken. Dafür werden 100 Tischdecken benötigt und Deko gebastelt. Praktikant Alexander Kretzschmar, 15 Jahre, bereitet derweil Zwiebeln für den Verkauf vor und sammelt erste Erfahrungen im Gärtnerberuf.

Hauptberuflich sind 20 Menschen mit Behinderung und vier Mitarbeiter der GWW beschäftigt. Die Gärtnerei ist montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 12.30 bis 15.30 Uhr geöffnet, freitags von 9 bis 13 Uhr.