Ehrenamt: Leserin kritisiert Auszeichnungsfeier in Anklam
Ehrenamt: Leserin kritisiert Auszeichnungsfeier

Angesichts klammer Kassen und nicht genehmigtem Haushalt soll der Nothilfefonds Vorpommern 3.500 Euro für den Jahresempfang der Hansestadt Anklam bereitstellen. Leserin Anette Oelschlägel-Wendtlandt hat dazu eine klare Meinung: „Jeder Bürger weiß, wenn kein Geld in der Kasse ist, muss man Prioritäten setzen. Sparsam mit dem Haushaltsgeld umgehen oder verzichten.“ Sie fragt, warum eine so große Veranstaltung für die Ehrung der Bürgerinnen und Bürger nötig sei.

Ehrenamt aus Überzeugung

Oelschlägel-Wendtlandt betont, dass Ehrenamt aus Überzeugung geleistet werde und nicht für eine Auszeichnung. Sie verweist auf die Ehrung langjähriger Blutspender beim DRK, die in kleinem Rahmen mit Kaffee und Kuchen stattfinde. „Es muss nicht jedes Jahr jemand für sein Ehrenamt geehrt werden“, so die Leserin. Eine ehrenamtliche Tätigkeit sei freiwillig und werde mit Herz und Liebe gemacht – nicht für eine Ehrennadel.

Erfahrung als Schwimmtrainerin

Die Leserin ist selbst ehrenamtliche Schwimmtrainerin bei den Anklamer Peenerobben. Sie trägt dazu bei, dass Kinder das Schwimmen erlernen und durch regelmäßiges Training festigen. „Ich freue mich über jedes Kind, was die Angst vorm Wasser verloren hat, anschließend das Seepferdchen erreicht und sicher schwimmen kann.“ Die lachenden Kinderaugen beim Erreichen des Seepferdchens könne keine Ehrung übertreffen.

Diese Momente seien unvergesslich und für sie viel mehr wert als eine Auszeichnung. Das Geld für die Feier könnte sinnvoller für einkommensschwächere Menschen genutzt werden, etwa für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung.