Die kleinste Burg der Welt ist verkauft. Die neugotische Burgruine Henneberg in Hamburg-Poppenbüttel, auch Alsterschlösschen genannt, wechselte für über eine Million Euro den Besitzer. Die einstige Eigentümerin Miriam Hager kann sich nun ganz ihrem Schloss Vietgest zwischen Teterow und Güstrow widmen.
Verkauf für über eine Million Euro
Mit weniger als 50 Quadratmetern gilt die Anlage als kleinste Burg der Welt. Auf einer aufgeschütteten Anhöhe mit Türmchen, Burgkammer und Rittersaal ist sie eine märchenhafte Nachbildung der thüringischen Burg Henneberg im Maßstab 1:4. 60.000 Gäste lauschten hier über 500 Konzerten. Die bewusst als Ruine gestaltete Burg mit künstlichen Mauerrissen wurde nun verkauft.
Die einstige Besitzerin freut sich, auch wenn es nicht ihr Wunschkaufpreis war. Ihre neue Aufgabe ist immens: Schloss Vietgest umfasst immerhin 2000 Quadratmeter und acht Hektar Park.
Aqua Sonata und weitere Events
Die rührige Unternehmerin weiß das Anwesen zu füllen. Neben kleinen Konzerten wie einer Franz-Liszt-Hommage mit dem chinesischen Pianisten Haiou Zhang wartet am Samstag ab 19.30 Uhr die Aqua Sonata: eine große Symphonie aus Wasser, Licht und Musik im Schlosspark, die letztes Jahr zum Augustvollmond Premiere feierte.
Gefüllt ist das weiße Barockschloss derzeit auch mit den 56 Sängern des Bundesjugendchores. Diese treten am Freitag um 19 Uhr im Rahmen der Festspiele MV in St. Johannis Malchin auf. Am Donnerstag ist in Vietgest die Generalprobe.
Chorkonzert mit gestimmten Gläsern
In Malchin erklingt unter dem Titel „Outer Space“ eine Auswahl von Gesängen an den Himmel aus verschiedenen Epochen. Bei dem Stück „Stars“ des lettischen Komponisten Ēriks Ešenvalds bringen die jungen Sänger gestimmte Gläser zum Einsatz. Diese werden mit unterschiedlich viel Wasser gefüllt und am Rand mit angefeuchteten Fingern zum Schwingen gebracht. Je nach Wassermenge verändert sich ihre Tonhöhe.
Erstmals gastiert das Musikfestival in Schloss Vietgest selbst. Das Universum Armida Streichquartett gibt am Donnerstag, 27. August um 19 Uhr ein Gesprächskonzert zum Thema Musizieren und Lachen. Das Quartett beantwortet die Frage, wie es die vier Künstler geschafft haben, 20 Jahre lang gemeinsam auf höchstem Niveau zu musizieren. „Mit Humor!“, antworten sie einstimmig. Es erklingen Werke von Haydn, Mozart, Schostakowitsch und Strawinsky.
Im Festsaal des Hauses ertönt jedoch nicht ausschließlich Klassik. Am 25. September wird es heiß: Das Duo „Bicicleta Latina“ mit Salsa-Star Mayelis und Señor Pelao entfacht karibisches Feuer. Salsa, Rumba, Bachata und Merengue erklingen auf einer Mischung aus Live-Performance, Gesang und DJ-Beats mit vorherigem Workshop zum Erlernen der Schritte.