Seit Donnerstagmorgen sind die Straßen zum Neubrandenburger Marktplatz für Autofahrer gesperrt. Die ersten Fahrgeschäfte sind in die Innenstadt gerollt, der Aufbau für das Vier-Tore-Fest hat begonnen. Bis Sonntag soll im Stadtzentrum alles stehen.
Anreise aus Wismar und Aufbau am Zebrastreifen
Die Schausteller sind bereits seit einigen Tagen in Neubrandenburg. Im Wochenverlauf kamen immer mehr Fahrzeuge auf dem Parkplatz vor der Stadthalle zusammen – ein Zwischenstopp vor dem großen Aufbautag. Am Donnerstagmorgen sind nun alle in die Innenstadt gerollt.
„Wir wollen das komplette Fest mitnehmen, also müssen wir hier pünktlich fertig sein“, sagt eine Schaustellerin, die die Scheiben am Fahrgeschäft „Pacific Rim“ putzt. Sie kommt aus Wismar, rund 200 Kilometer Anreise, doch zum Vier-Tore-Fest kommt sie immer wieder gern. Seit acht Uhr steht sie mit ihren Kollegen an ihrem Stammplatz am Zebrastreifen zwischen Marktplatz und Turmstraße und klappt ihr Fahrgeschäft auf. Wenn sie fertig sind, wird dort eines dieser wilden Überschlagsgeräte stehen.
Neue Wegweiser und ein QR-Code
Die Straßen zum Marktplatz sind nun aus allen Richtungen gesperrt, nur Fußgänger und Radfahrer kommen durch. Damit sie nicht die Orientierung verlieren, haben die Organisatoren vom Veranstaltungszentrum Neubrandenburg (VZN) in diesem Jahr einige Neuerungen eingeführt. Es gibt Wegweiser, die an vielen Standorten die Richtung zu allen Attraktionen zeigen und in einem Behältnis einen Faltplan zum Mitnehmen bereithalten. Das sind zunächst bekannte Orte wie die Stadttore, der Marktplatz, die Neuwoges-Bühne oder das Franziskanerkloster, aber auch einige neue Ziele. Ein QR-Code führt auf eine umfangreiche Übersichtsseite.
„Die Ideen kommen aus dem Markenforum, und wir freuen uns, einige direkt umsetzen zu können“, sagt Heiko Tröber vom VZN. Bei dem Forum wurden im Frühjahr Bürgerideen gesammelt, um das Stadtmarketing zu verbessern. Dieser Aufgabenbereich ist inzwischen vom Rathaus zum VZN gewandert, einer stadteigenen Gesellschaft.
Stadtgarten, Ruhezonen und Welcome Center
So fügt sich auch der neue Stadtgarten in das Programm des Vier-Tore-Festes ein. Die grüne Oase ist in diesem Jahr dank ehrenamtlichen Engagements auf einer Brachfläche an Dümper- und Beguinenstraße entstanden. Auf dem Plan für das Wochenende stehen einige Lesungen junger Autorinnen aus der Stadt oder ein Kindertheaterstück. Neu ist auch, dass der Wall direkt als Ruheoase ausgewiesen ist. Auswärtige Besucher sollen es so leichter haben, dem Trubel für einen Moment zu entgehen.
Das Welcome Center ist erstmals mit einem Stand vertreten. Die Institution von der Regionalen Wirtschaftsinitiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die in die Region ziehen wollen, eine Perspektive zu bieten: Jobs, Wohnung, soziale Kontakte. Der Stand befindet sich an der Ecke zwischen Marien Carrée und Marktplatzcenter, wo auch das Stadtmarketing einen Pavillon haben wird.
Stadtführungen und Programm am Wochenende
„Das Vier-Tore-Fest findet immer Ende August statt, und das ist ein fester Termin, auch für viele Fortgezogene“, sagt Tröber. Dort können Besucher eine Umfrage mit ihren Gedanken über Neubrandenburg ausfüllen, und es soll am Sonnabend und Sonntag Überraschungen geben. „Etwas zum Sehen und Machen“, kündigt Tröber an. Der Pavillon wird auch Startpunkt für alle Stadtführungen sein, die während des Vier-Tore-Festes stattfinden. Es gibt eine Kinderführung mit Mudder Schulten, eine historische Stadtführung, eine Führung zur Ostmoderne und, ebenfalls neu, eine Kiezführung mit der Dragqueen Barbara Lochowicz.
Das Vier-Tore-Fest findet von Freitag bis Sonntag im Stadtzentrum von Neubrandenburg statt.