In der Gärtnerei Koblentz östlich von Pasewalk gehen derzeit vor allem Tomaten der Sorte Campos über den Tresen – eine Weiterentwicklung der beliebten DDR-Sorte Harzfeuer. Rund 30 Kunden kommen an einem durchschnittlichen Mittwoch in den Hofladen, an manchen Tagen sind es 50 bis 100. Auch Gemüse, das nicht der Norm entspricht, wie krumme Zucchini oder kleinere Kartoffeln, findet dort Abnehmer.
Beliebte Tomaten und der Trend zu Rottönen
Die Kunden wollen im August vor allem „Koblentzer Tomaten“. Manche kaufen fünf Kilogramm, gleich für Freunde und Verwandte mit, berichtet Teamleiterin Gundel Bartz. Die Sorte Campos hat inzwischen die DDR-Sorte Harzfeuer abgelöst, die optisch und geschmacklich ähnlich ist, aber weniger Ertrag bringt. Für Nostalgiker werden noch zwei Reihen Harzfeuer angebaut.
Die Nachfrage nach roten Tomaten ist groß, während bunte Sorten weniger gefragt sind. Fleischtomaten wie Ochsenherz und Pyros sowie die Stabtomate Panovia und die Cherrytomate Dasher verkaufen sich ebenfalls gut. Experimente mit schwarzen, gestreiften oder lilafarbenen Tomaten hätten sich nicht bewährt, so Bartz.
Herausforderungen im Anbau und Einsatz von Nützlingen
Die Ernte in den drei Tomaten-Gewächshäusern schwankt mit der Witterung. In diesem Jahr war das Frühjahr kalt, später gab es Temperaturen bis fast 40 Grad, und nachts kühlte es auf acht Grad ab – das mögen die Tomaten nicht. Dennoch sei der Ertrag der mehr als 1000 Pflanzen zufriedenstellend. Bei Möhren, Kohlrabi und Porree fällt die Ernte gering aus, während Zucchini, Mangold und Rote Bete gut gedeihen.
Die Gärtnerei verzichtet weitgehend auf Chemie. Schlupfwespen werden gegen die Weiße Tomatenfliege eingesetzt, Nematoden gegen Trauermücken, und Hummeln übernehmen die Bestäubung. Hauptberuflich sind 20 Menschen mit Behinderung und vier Mitarbeiter der Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten Pasewalk (GWW) beschäftigt.
Praktikant und Vorbereitungen für das Erntefest
Der 15-jährige Praktikant Alexander Kretzschmar aus Pasewalk bereitet in dieser Woche Zwiebeln für den Verkauf vor. Er möchte Gärtner werden und sammelt erste Erfahrungen. Die Gärtnerei beteiligt sich zudem am Erntefest mit weltgrößtem Wiesencafé am 30. August auf Gut Borken. Dafür werden 100 Tischdecken zugeschnitten und Deko hergestellt.
Die Gärtnerei ist montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 12.30 bis 15.30 Uhr geöffnet, freitags von 9 bis 13 Uhr.