Laura Traulsen und Niklas König haben im vergangenen Jahr in Krenzow nördlich von Anklam das Unternehmen „Der kleine Kürbishof“ gegründet. Auf rund einem Hektar Ackerfläche bauen sie mehr als 30 verschiedene Kürbissorten an und vermarkten diese regional. In den nächsten Wochen sind sie außerdem auf zwei Märkten in der Region vertreten.
Über 30 Sorten auf einem Hektar
Die beiden studieren Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Neubrandenburg. Bereits im ersten Jahr bewirtschafteten sie rund 4.000 Quadratmeter Ackerfläche mit Kürbissen. Wegen des Erfolgs haben sie die Fläche in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Auf dem Feld am Ortsrand von Krenzow wachsen nun über 30 unterschiedliche Kürbissorten. Der beliebte Hokkaido-Kürbis ist in fünf Varianten vertreten, dazu kommen weitere essbare Sorten sowie Zierkürbisse, die nur als Deko dienen.
Die Idee entstand, weil sie eine Geschäftsidee suchten, die es in dieser Form in der Region noch nicht gibt und die mit wenig Investitionen umsetzbar ist. Der Anbau erfolgt überwiegend in Handarbeit. Als Maschine kam bislang nur der Folienleger zum Einsatz, um die Mulchfolie zu verlegen, die den Boden warm und feucht hält und Unkraut unterdrückt. Einmal wurde das Feld bewässert, bei der Ernte hilft ein Traktor beim Abtransport. Pflanzenschutzmittel werden nicht verwendet.
Regionalität als Schwerpunkt
Den beiden liegt besonders die Regionalität ihrer Produkte am Herzen. Mecklenburg-Vorpommern habe beim Gemüseanbau noch viel Nachholbedarf. „Was hier als Gemüse aus der Region in den Supermärkten angeboten wird, kommt häufig aus den umliegenden Bundesländern wie aus Sachsen-Anhalt“, sagt Niklas König, der demnächst seinen Master im Bereich Nachhaltigkeit und Agrar-Management abschließen will. Ob sie nach dem Studium den Gemüseanbau im Land weiter vorantreiben wollen, ist noch offen. Die Kürbishof-Idee führen sie aber auf jeden Fall fort, im nächsten Jahr soll die Anbaufläche erweitert werden.
Vermarktung und Ab-Hof-Verkauf
Die Ernte vermarkten sie selbst. Bereits ein Restaurant und die Mensa der Fachhochschule Neubrandenburg werden mit Kürbissen beliefert, auch im Anklamer Regio-Laden gibt es die Kürbisse aus Krenzow. Am Kürbishof in Krenzow (Wildhof 1) können Interessierte montags bis freitags zwischen 16 und 18 Uhr vorbeischauen. Zudem sind sie am 3. Oktober beim Hoffest des Rinderzuchtbetriebes Augustin in Kemnitz und am 4. Oktober beim großen Erntedankmarkt in Greifswald dabei.