Oder-Katastrophe verhindert Besucherrekord am Haff-Strand
Oder-Katastrophe verhindert Rekord am Haff-Strand

Die Badesaison 2022 am Ueckermünder Haff-Strand war gut, aber die Oder-Katastrophe verhinderte einen möglichen Besucherrekord. Der leitende Rettungsschwimmer Ralf Hoppstädter zog Bilanz.

291.000 Besucher in der Saison

Zwischen dem 15. Mai und Ende September kamen etwa 291.000 Besucher an den großen Sandstrand am Haff in Ueckermünde. Das sind rund 7000 Gäste mehr als im Vorjahr. Doch an das Jahr 2018 mit insgesamt 297.000 Besuchern war in dieser Saison kein Herankommen.

Der Grund: die Oder-Katastrophe, die sich auch auf das Stettiner Haff auswirkte. Das Wetter stimmte zwar, es gab richtige Hitzetage mit einem dicht bevölkerten Strand. Doch dann gab es für gut zwei Wochen einen markanten Einschnitt.

15.000 Gäste weniger wegen Giftkatastrophe

Durch die Giftkatastrophe und das Fischsterben in der Oder sowie eine Badewarnung als Vorsichtsmaßnahme vom Umweltministerium seien viele Leute verunsichert gewesen, erinnerte sich Hoppstädter. Die Zahl der Tagesbesucher ging zwischen 3000 und 5000 zurück, sodass in diesem Zeitraum leicht 15.000 Personen weniger an den Strand kamen – vielleicht auch noch mehr.

Wenn dieser Einschnitt nicht gekommen wäre, hätte es am Ueckermünder Haff-Strand wahrscheinlich sogar einen neuen Besucherrekord geben können.

Einsätze der Rettungsschwimmer

In der abgelaufenen Saison mussten die Rettungsschwimmer neun Mal den Rettungsdienst rufen. Ein paar Gäste hätten sich kleinere Brüche an Finger oder Zehen zugezogen, unter anderem beim Volleyball. Außerdem hätten einige Senioren wegen der Hitze Kreislaufprobleme bekommen.

Zudem leisteten die Rettungsschwimmer 110 Mal Erste Hilfe. Strandbesucher hätten sich an Steinen oder Muscheln geschnitten. Behandelt wurden auch ein Zeckenbiss, Sand im Auge oder Sonnenbrände.

Verstöße gegen die Strandordnung

„Wir haben auch 319 Belehrungen durchgeführt“, sagte der leitende Rettungsschwimmer. Immer wieder hätten sich Gäste nicht an die Strandordnung gehalten. Etliche Besucher liefen mit ihren Hunden über den Strand, was nur am Hundestrand zulässig ist. Viele Gäste betraten die Steinreihen und Buhnen im Wasser, nahmen Fahrräder mit an den Strand oder grillten in den Dünen. Letztere seien aber regelmäßig durch den Rauch verraten worden.