VHS-Leiter der Seenplatte überraschend verstorben
VHS-Leiter der Seenplatte überraschend verstorben

Kenneth Schöler, Leiter der Volkshochschule Mecklenburgische Seenplatte, ist am 6. August überraschend im Alter von 47 Jahren verstorben. Zu den Hintergründen seines Todes gibt es keine Informationen. Der gebürtige Saalfelder hatte die Leitung der Bildungseinrichtung im April 2025 übernommen.

Kurze Amtszeit mit prägender Wirkung

Ein Jahr und vier Monate sind keine lange Zeit, um etwas zu bewirken. Und doch hat Kenneth Schöler in diesen 16 Monaten einiges angeschoben. Wer ihn kennengelernt hat, merkte, dass der Mann aus Thüringen, der in den Norden gekommen war, vor Ideen sprühte. Umsetzen kann er sie nicht mehr.

Sowohl Volkshochschule und Kreisverwaltung als auch der Landesverband der Volkshochschulen würdigen in Nachrufen die Arbeit von Kenneth Schöler. Der gebürtige Saalfelder war im April 2025 aus Weimar, wo er zuvor als Fachbereichsleiter an der Volkshochschule gearbeitet hatte, nach Neubrandenburg gewechselt. Bei seinem Amtsantritt sagte er: „Die Volkshochschule darf vieles sein – nur nicht langweilig.“ Dieser Satz sollte sein Wirken prägen.

Einsatz für breite Weiterbildung

Schöler legte den Angaben zufolge besonderen Wert darauf, Weiterbildung im flächengrößten Landkreis Deutschlands breit zugänglich zu machen – auch in abgelegenen Orten. Der studierte Soziologe, Psychologe und Althistoriker trieb den Ausbau von Online-Angeboten und hybriden Formaten voran. Unter seiner Leitung richtete die Volkshochschule MSE im Juni 2026 den ersten KI-Kursleitertag in Mecklenburg-Vorpommern aus. Das Projekt sollte im kommenden Jahr fortgeführt werden.

Aus der kreisfreien Stadt Weimar in den größten Landkreis Deutschlands zu wechseln, das sei für ihn eine ganz neue Erfahrung gewesen, sagte Schöler, als der Nordkurier ihn vor knapp einem Jahr vorstellte. Die Zusammenarbeit der vier Volkshochschul-Standorte Neubrandenburg, Demmin, Neustrelitz und Waren zu koordinieren, sei eine Herausforderung. Immerhin kenne er die Seenplatte bereits von Urlauben zuvor.

Leidenschaftlicher Sportler und reisefreudiger Mensch

Sobald er hier wohnte, nutzte er nach eigenem Bekunden die Möglichkeiten der Region für seine Leidenschaften als leidenschaftlicher Sportler und reisefreudiger Mensch. Der begeisterte Radfahrer war viel unterwegs, um die unzähligen Seen, die Natur und vor allem die vielen Radwege im größten Landkreis der Republik kennenzulernen. Aber auch Skilanglauf, Tischtennis oder Yoga standen auf seiner Aktivitätsliste – Bewegung gehörte für ihn genauso zum Alltag wie Musik, Bücher und ein gutes Gespräch.

„Kenneth Schöler war ein Mensch, der sich mit Herz und Überzeugung für die Bildung in unserer Region eingesetzt hat“, würdigten Kreisverwaltung und der Landesverband der Volkshochschulen den Verstorbenen und versprachen, sein Andenken in Ehren zu halten. Man werde ihn als engagierten Leiter, der in kurzer Zeit Akzente gesetzt habe, in Erinnerung behalten. Den Angehörigen und Freunden gelte tiefes Mitgefühl.

Arbeit in der Volkshochschule geht weiter

In der Volkshochschule bleibt im Alltag keine Zeit für Trauer, die Arbeit geht weiter. Nach Auskunft des Teams ist das Kursangebot ab Herbst fertig und soll in den kommenden Tagen und Wochen präsentiert werden. Es trage natürlich noch die Handschrift des plötzlich verstorbenen Leiters. Auch in seinem Sinne werde die Arbeit kontinuierlich fortgeführt, heißt es von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.