Vom Porzellanmaler zum Fassadenkünstler und Autor: Heinz Oskar Preibsch
Vom Porzellanmaler zum Fassadenkünstler und Autor

Heinz Oskar Preibsch hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich: Vom Porzellanmaler über den Fassadenkünstler bis zum Bühnenautor. Seine Arbeiten sind in Berlin zu sehen und setzten auch beim Karneval in Feldberg Maßstäbe.

Von der Porzellanmanufaktur zur eigenen Firma

Mit 17 Jahren unterschrieb Heinz Oskar Preibsch Anfang der 1970er Jahre seinen Ausbildungsvertrag bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) Berlin. Drei Jahre lang lernte er dort das Handwerk des Porzellanmalers und blieb anschließend noch drei Jahre als Geselle. Danach wechselte er den Beruf: Er arbeitete zeitweilig als Straßenfeger, bevor er sein eigenes Geschäft, das Porzellankabinett in Berlin, eröffnete und im Kundenauftrag malte.

Musik und Fassadenmalerei

Neben der Malerei war Preibsch auch musikalisch aktiv. Er brachte sich selbst Gitarre, Querflöte und Saxofon bei und spielte in mehreren Rockbands. Die Gruppe nahm ihre Songs auf Vinylplatten auf. In dieser Zeit traf er auch den britischen Sänger David Bowie in einer Kneipe, der damals in Berlin lebte.

Als das Porzellan aus der Mode kam, wechselte Preibsch zur Fassadenmalerei. Er gestaltete diverse Gebäude in Berlin mit riesigen Malereien, die bis zu 5000 Quadratmeter groß waren. Auch in der Feldberger Seenlandschaft verewigte er sich an einem Gästehaus am Schmalen Luzin.

Malsaalchef im Friedrichstadtpalast

1999 wurde Preibsch Malsaalchef im Friedrichstadtpalast, wo Kulissen und Bühnenvorhänge bemalt werden. Im Auftrag eines Intendanten schrieb er Anfang der 2000er das Stück „Die Kinder der Bounty“ und baute dafür eine maßstabsgetreue Miniaturbühne. Das Stück wurde dreimal in den Spielplan aufgenommen.

Über seinen Bandkollegen Werner Lippmann kam Preibsch zur Feldberger Seenlandschaft. In einer Halle am Campingplatz Am Bauernhof entstanden jahrelang Karnevalswagen für den Rosenmontagsumzug – etwa 25 Stück, darunter eine sieben Meter lange Lokomotive, King Kong, Elvis Presley und Tutanchamun.

Enttäuschung und neue Projekte

Dass die Geschichte „Die Kinder der Bounty“ neu aufgelegt wurde, freut Preibsch nicht: Sein Name steht nicht auf dem Buch, sondern der von Werner Lippmann. Erst beim Aufschlagen findet man Preibsch im Kontext der Bilder. Er habe das mit großem Verdruss zur Kenntnis genommen und wünsche sich, dass sein Name präsenter ist. Rechtliche Schritte behält er sich vor.

Verbittert ist Preibsch nicht. Er schreibt ein Buch über eine spektakuläre Flucht im Jahr 1963 aus Ost- nach Westberlin und arbeitet an einem Ölgemälde als Auftragsarbeit. Außerdem probt er mit einer Berliner Rockband, wo er Querflöte spielt und singt.