Bis zu 70 Prozent Aufschlag: Strandkorbpreise an der Ostsee im Vergleich
Bis zu 70 Prozent Aufschlag: Strandkorbpreise verglichen

Ein Strandkorb gehört für viele Urlauber zum Ostseeurlaub wie Fischbrötchen und Seebrücke. Doch wer sich 2026 einen Korb mieten möchte, trifft längst nicht überall auf einen einfachen Tagespreis. Je nach Ostseebad können Lage, Größe, Saison, Mietdauer und sogar die Uhrzeit darüber entscheiden, wie viel der Platz am Strand kostet. Zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zeigen sich dabei deutliche Unterschiede.

Zingst: Einheitlicher Preis für alle Körbe

Besonders übersichtlich hält es Zingst. Ein Strandkorb kostet 2026 nach Angaben des Ostseeheilbades Zingst 14 Euro am Tag. Der Preis gilt ausdrücklich unabhängig vom Standort des Korbes.

Urlauber können bei der Online-Buchung den gewünschten Strandübergang auswählen. Bezahlt werden kann unter anderem per Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay. Voraussetzung für die Strandkorbmiete ist eine gültige Kurkarte.

Damit unterscheidet sich Zingst von Ostseebädern, in denen Lage oder Entfernung zum Wasser Einfluss auf den Preis haben.

Prerow: Größe entscheidet über den Preis

Im benachbarten Prerow kommt dagegen die Größe ins Spiel. Bei der Strandkorbvermietung Prerow wird zwischen klassischen und größeren Strandkörben unterschieden. Für einen normalen Strandkorb werden 15 Euro pro Tag verlangt, für die XXL-Variante 19 Euro.

Bei einem weiteren Anbieter am Prerower Nordstrand gibt es ein anderes Modell. Bei der Strandkorbvermietung Grasband kostet der Strandkorb ebenfalls 15 Euro am Tag. Wer länger bleibt, kann allerdings sparen: Eine Woche kostet 90 Euro, zwei Wochen 160 Euro. Für einen größeren XL-Korb werden zusätzlich drei Euro pro Tag fällig.

Eine Besonderheit dieses Anbieters: Die Strandkörbe stehen nach eigenen Angaben nur in einer Reihe. Die Frage, wer für die begehrte erste Reihe mehr bezahlen muss, stellt sich dort also nicht.

Binz: Saisonale Preise auf Rügen

Teurer kann es auf Rügen werden. Sander Touristik bietet seinen Gästen Strandkörbe an den Strandabgängen 9 und 36 in Binz an. Dabei entscheidet sogar die Jahreszeit über den Preis. Im Mai kostete der Korb 2026 dort 14 Euro pro Tag. Von Juni bis einschließlich September werden 18 Euro verlangt.

Damit beträgt der saisonale Unterschied vier Euro pro Tag. Bei einer Urlaubswoche summiert sich das bereits auf 28 Euro.

Boltenhagen: Lage und Größe als Preisfaktoren

Besonders interessant wird es in Boltenhagen. Die offizielle Tourismusseite des Ostseebades Boltenhagen nennt für Strandkörbe eine Spanne von 12 bis 15 Euro pro Tag.

Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Preise je nach Größe des Strandkorbes und seiner Lage variieren können. Auch mögliche Rabatte bei längerer Mietdauer hängen vom jeweiligen Vermieter ab.

Grömitz: Erste Reihe kostet 70 Prozent mehr

Damit kommt ein Tarifprinzip ins Spiel, das in Schleswig-Holstein teilweise noch konsequenter angewendet wird: Der konkrete Platz am Strand kann über den Preis entscheiden.

Wie groß der Unterschied dort sein kann, zeigt die Strandkorbvermietung Schwardt in Grömitz. Dort werden die Preise 2026 tatsächlich nach Reihen staffelt. Für einen Strandkorb in der ersten Reihe werden 17 Euro pro Tag verlangt. In der zweiten und dritten Reihe sind es jeweils 15 Euro. Die Reihen vier bis sechs kosten 14 Euro. Wer sich mit der siebten Reihe begnügt, zahlt nur zehn Euro.

Damit kostet der Platz in der ersten Reihe 70 Prozent mehr als ein Korb in Reihe sieben. Auch bei der Wochenmiete gibt es Unterschiede: Die erste Reihe kostet 105 Euro, die zweite und dritte Reihe jeweils 95 Euro und die Reihen vier bis sechs 85 Euro.

Das Beispiel zeigt, wie stark sich die Lage auf den Preis auswirken kann. Wer nicht unbedingt ganz vorne am Wasser sitzen möchte, kann beim selben Vermieter sieben Euro pro Tag sparen.

Schönberg: Abendtarif für fünf Euro

Ein völlig anderes Preismodell findet sich im Ostseebad Schönberg in Schleswig-Holstein. Dort vermietet der Tourist-Service Strandkörbe am Schönberger Strand und am Strand von Kalifornien.

Besonders interessant ist die zeitliche Staffelung. Laut Tourist-Service Ostseebad Schönberg kostet ein Strandkorb für den gesamten Tag zwölf Euro. Wer ihn erst ab 14 Uhr benötigt, zahlt sieben Euro. Ab 17 Uhr gibt es sogar einen sogenannten „Sundowner“ für fünf Euro. Dieser Abendtarif kann ausschließlich über die BeachNow-App gebucht werden.

Damit wird aus dem klassischen Strandkorb ein Produkt, das nicht mehr zwangsläufig für einen kompletten Strandtag gebucht werden muss. Für Urlauber, die erst nach einem Ausflug oder am Abend ans Wasser kommen, ist das besonders interessant.

Gleichzeitig kann der Vermieter einen Korb theoretisch mehrmals am selben Tag vermarkten. Während in vielen Ostseebädern ein leerer Strandkorb am Nachmittag kaum noch Umsatz bringt, schafft Schönberg dafür einen eigenen Tarif.

Fünf Faktoren entscheiden über den Preis

Aus dem einfachen Tagespreis ist damit zumindest an einigen Ostseestränden ein kleines Tarifsystem geworden.

  • Lage: Ein Platz näher am Wasser kann teurer sein. In Boltenhagen wird die Lage ausdrücklich als möglicher Preisfaktor genannt. Besonders weit geht die Strandkorbvermietung Schwardt in Grömitz: Dort kostet die erste Reihe 17 Euro, die siebte nur zehn Euro.
  • Größe: XL- und XXL-Körbe kosten teilweise Aufpreis. Bei der Strandkorbvermietung Prerow werden beispielsweise 19 statt 15 Euro für einen XXL-Korb verlangt.
  • Saison: In Binz kostet der betrachtete Strandkorb im Mai 14 Euro, von Juni bis September dagegen 18 Euro, wie aus den Preisangaben von Sander Touristik hervorgeht.
  • Mietdauer: Wer einen Korb mehrere Tage oder Wochen nimmt, kann ebenfalls sparen. Am Prerower Nordstrand kostet beispielsweise ein einzelner Tag 15 Euro, eine Woche dagegen 90 Euro, zeigt die Preisliste der Strandkorbvermietung Grasband.
  • Uhrzeit: Das ungewöhnlichste Modell findet sich bislang in Schönberg. Dort sinkt der Preis laut Tourist-Service von zwölf Euro für den ganzen Tag auf sieben Euro ab 14 Uhr und fünf Euro ab 17 Uhr.