Grundsteuerreform: Neubrandenburg verliert 1,8 Millionen Euro
Grundsteuerreform: Neubrandenburg verliert 1,8 Mio. Euro

Die Grundsteuerreform hat der Stadt Neubrandenburg im ersten Jahr deutlich weniger Geld eingebracht als zuvor. Die Einnahmen aus der Grundsteuer B beliefen sich 2025 auf rund 8,7 Millionen Euro – im Jahr zuvor waren es noch 10,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 1,8 Millionen Euro beziehungsweise rund 17 Prozent, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Hintergrund der Reform und Hebesatz-Debatte

Die bundesweite Grundsteuerreform sollte eigentlich möglichst aufkommensneutral umgesetzt werden, damit die Kommunen insgesamt weder mehr noch weniger Geld einnehmen als vor der Neuregelung. Für einzelne Grundstückseigentümer konnte sich die Steuerbelastung dennoch erheblich verändern.

In Neubrandenburg war Ende 2024 zunächst eine Anhebung des Hebesatzes für die Grundsteuer B von 550 auf 750 Prozent im Gespräch, um die Aufkommensneutralität zu erreichen. Gegen die geplante Erhöhung regte sich jedoch Widerstand in der Stadtvertretung. Letztlich gilt seit dem 1. Januar 2025 ein Hebesatz von 650 Prozent, womit die Stadt unter dem ursprünglich diskutierten Wert blieb.

Prognose und tatsächliche Entwicklung

Dass die Entscheidung zu Mindereinnahmen führen würde, war der Stadtverwaltung bereits vor Inkrafttreten der Reform bewusst. Ende 2024 hatte sie einen Rückgang um rund 1,7 Millionen Euro prognostiziert. Tatsächlich fiel das Minus mit 1,8 Millionen Euro nur geringfügig höher aus.

Aus den gesunkenen Gesamteinnahmen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass sämtliche Grundstückseigentümer entlastet wurden. Die Steuerlast hat sich zwischen den einzelnen Grundstücken verschoben: Während manche Eigentümer weniger zahlen müssen, können andere deutlich stärker belastet werden. Auch Mieter sind betroffen, da Vermieter die Grundsteuer grundsätzlich über die Betriebskosten umlegen können.

Hintergrund und Ausblick

Die Reform geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zurück. Die bisherige Berechnung beruhte auf jahrzehntealten Grundstückswerten und musste grundlegend erneuert werden. Seit Anfang 2025 gelten die neuen Berechnungsgrundlagen.

An der Entwicklung dürfte sich in Neubrandenburg vorerst wenig ändern. Im aktuellen Haushaltsplanentwurf für 2027 kalkuliert die Stadt erneut mit Einnahmen von 8,8 Millionen Euro aus der Grundsteuer B. Auch für die Jahre bis 2030 ist jeweils dieselbe Summe vorgesehen. Der Hebesatz soll trotz der angespannten Haushaltslage bei 650 Prozent bleiben. Für 2027 erwartet Neubrandenburg insgesamt einen Fehlbetrag im Stadthaushalt von rund 26,4 Millionen Euro.