Ab Donnerstag, dem 13. August, ist der neue Kreisverkehr an der L35 in Jarmen für den Verkehr freigegeben. Damit entfällt für Kraftfahrer in Vorpommern ein seit Monaten bestehendes Nadelöhr auf der wichtigen Nord-Süd-Route zwischen Berlin und Ostseeküste.
Umbau der Kreuzung von B96 und B110
Seit August 2025 wurde die bisherige innerstädtische Kreuzung von B96 und B110 zu einem Rondell umgebaut. Der Durchgangsverkehr musste während der Bauzeit immer wieder mit Sperrungen und Umleitungen rechnen. Besonders problematisch war der Einbau der letzten Asphaltschichten Ende Juni und Anfang Juli, als der Bereich mehrmals für Tage komplett gesperrt werden musste. Für die ortsnahe Querung des Peenetals blieb in dieser Zeit nur die A20.
Beleuchtete Brücke als Blickfang
Schon seit einigen Tagen zieht die Gestaltung des Kreisverkehrs die Blicke auf sich, nachts sogar noch mehr als bei Tageslicht. Die westliche Hälfte des Innenkreises ziert eine nachts beleuchtete Brücke. An den beiden langen Seiten ist sie mit dem Schriftzug „JARMENsch, DAS' JA SCHÖN HIER“ versehen – ein Slogan der Leitbild-Kampagne der Kommune, die sich gerne als Brücken- und Peenestadt bezeichnet.
Die Jarmener wollten das Bauprojekt, das die Sicherheit an dem bislang unfallträchtigen Knotenpunkt erhöhen soll, auch optisch zu einem Aushängeschild machen. Ähnlich wie in Anklam, wo viele Orte künstlerisch gestaltete Verkehrsinseln haben, übernahm die Stadt die Gestaltung in Absprache mit dem Land und dem Straßenbauamt. Es gab mehrere Vorschläge, am Ende setzte sich die Idee einer langgestreckten, relativ neutralen Brücke durch.
Miniatur der Peenebrücke
Die Brücke ist ein maßstabsähnliches Modell vom Mittelteil der Flussquerung der L35, die seit 2011/12 die Peene überspannt und als neues Wahrzeichen von Jarmen gilt. Das Original ist 114 Meter lang, 18 Meter breit und mehr als 22 Meter hoch und bringt rund 1200 Tonnen auf die Waage.
Die Miniatur wurde von der Firma Werbung Schröder aus Loitz gebaut, einem Familienunternehmen, das sich mit Designs und Fertigkeiten zwischen Textildruck und Metallbau einen landesweiten Namen gemacht hat. Inhaber Ronny Schröder erklärte, er habe zuerst Fotos von der Flussquerung gemacht und dann mit Fachleuten die möglichst originalgetreue Umsetzung geplant – komplett in den eigenen Werkstätten. Entstanden ist eine Stahlkonstruktion von 7,50 Metern Länge und 1,50 Metern Breite. Der Rundbogen misst an der höchsten Stelle 2 Meter, ragt aber rund 3,20 Meter vom Boden empor, weil die Widerlager aus Beton hinzukommen. Die Widerlager errichtete die Elgeti Bau GmbH, ebenfalls aus Loitz.
Das rund 2,5 Tonnen schwere Brückenteil wurde bei Werbung Schröder zusammengeschweißt und lackiert, dann Ende Juli per Lkw nach Jarmen transportiert und mit einem Kran passgenau auf die Stützen gehoben. Zusätzlich installierten die Mitarbeiter einen klappbaren Fahnenmast für textile Botschaften der Stadt. Etwas gestört wird die Ansicht nur durch einen Lichtmast, der etwa mittig durch den Brückenbogen ragt – ein Tribut an die Beleuchtungsanforderungen für den Kreisverkehr.
Eröffnung mit Minister
Der Innenraum des Kreisverkehrs wurde am Dienstag bepflanzt. Die feierliche Eröffnung ist für den Vormittag des 13. August um 9.30 Uhr geplant. Angekündigt hat sich dafür unter anderem der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, Dr. Wolfgang Blank.