Der Wahlausschuss hat die Kandidaten für den Wahlkreis 29 zugelassen, auch wenn die Einspruchsfrist noch läuft. Der Wahlkreis umfasst die Hansestadt Anklam, das Amt Züssow, Landhagen sowie das Amt Anklam-Land. Zur Landtagswahl am 20. September treten dort fünf Männer und eine Frau an.
SPD und Linke: Falk will verteidigen, Rösler mit Platz 11
Allen voran bewirbt sich Marcel Falk (SPD) um das Direktmandat. Der Stolper Bürgermeister gewann den Wahlkreis 2021 erstmals direkt für die Sozialdemokraten und möchte diesen Erfolg wiederholen. Ob er die starke AfD in der Region abhängen kann, ist offen. Über die Landesliste hätte Falk mit Platz 36 kaum eine Chance. Jeannine Rösler (Linke), Fraktionschefin ihrer Partei im Landtag, hat mit Listenplatz 11 bessere, aber gemessen an den letzten Wahlergebnissen eher knappe Chancen.
AfD: Schulze-Wiehenbrauk fehlt die Landesliste
AfD-Kandidat Jens Schulze-Wiehenbrauk sitzt bereits im Landtag. 2021 unterlag er Marcel Falk im Wahlkreis und rückte über die Landesliste nach. Auf diesen Weg kann er diesmal nicht setzen: Mehrere Kandidaten aus Vorpommern fehlen auf der AfD-Landesliste, neben Schulze-Wiehenbrauk auch Stephan Reuken, Nikolaus Kramer und Inken Arndt.
CDU: Kai Dröse will den Wahlkreis zurückholen
Für die CDU will Kai Dröse den einst verlorenen Wahlkreis zurückholen. Die Partei setzte in Vorpommern lange auf direkte Siege, bis 2016 ein schmerzhafter Machtverlust folgte. Dröse ist Unternehmer, nahe Greifswald beheimatet und ehrenamtlicher Bürgermeister von Wackerow. Im Raum Anklam ist er bislang wenig bekannt; auf der CDU-Landesliste steht er auf Platz 28.
FDP und Grüne: Bartelt und van den Bosch
Für die FDP tritt der Spantekower Zahnarzt Christian Bartelt an. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete war bei Landtagswahlen bisher stets dabei, aber ohne Erfolg. Sein Bundestagsmandat hatte er nach dem Rückzug von Hagen Reinhold über die Landesliste erhalten – auch das ist diesmal unwahrscheinlich, denn er hat nur den vorletzten Listenplatz. Jan van den Bosch, der 25-jährige Student der Rechtswissenschaften aus Greifswald, kandidiert für die Grünen und hat über die Landesliste ebenfalls kaum Aussichten. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stellt im Wahlkreis 29, der auch Vorpommern-Greifswald II genannt wird, keinen Direktkandidaten.