Belastungstests entscheiden über Zukunft der Herrenseebrücke in Waren
Belastungstests: Herrenseebrücke vor Entscheidung

Für die seit mehr als acht Monaten gesperrte Herrenseebrücke in Waren (Müritz) beginnt am 17. August die entscheidende Phase. In jener Woche führen Fachleute Belastungstests auf der alternden Brücke durch. Dafür wird die darunterliegende B192 an zwei aufeinanderfolgenden Nächten erneut voll gesperrt, wie die Stadt Waren mitteilte.

Hintergrund der Sperrung

Seit Ende November des Vorjahres ist die wichtige innerstädtische Verbindung gekappt. Der Verkehr in die Nordstadt muss eine komplizierte Umleitung nutzen. Die Herrenseebrücke wurde damals komplett gesperrt, nachdem bei einer Sichtprüfung Risse entdeckt worden waren.

In den vergangenen Wochen installierten Fachleute weitere umfangreiche Messtechnik auf und an dem Bauwerk, um den Test und die Reaktionen der Brücke zu überwachen.

Ablauf des Belastungsversuchs

„Mit dem geplanten Belastungsversuch soll das reale Tragverhalten der Brücke unter definierten Einwirkungen erfasst und bewertet werden“, heißt es von der Stadt. Dafür werden selbstfahrende Transportfahrzeuge, sogenannte SPMTs, mit Ballastgewichten beladen und ferngesteuert auf die Brücke gefahren. So sollen Beanspruchungen abgebildet werden, wie sie bei einer späteren Freigabe durch den Verkehr entstehen.

Während der schrittweisen Laststeigerung prüfen und bewerten die Fachleute die Messdaten in Echtzeit. Für den Versuch wurden Grenzkriterien festgelegt, bei deren Überschreitung die Last nicht weiter gesteigert oder der Test abgebrochen wird. Geachtet wird etwa auf Veränderungen an den Rissen, Verformungen oder andere unerwartete Bauwerksreaktionen.

Entscheidung nach Auswertung

„Nach Durchführung des Belastungsversuchs und Auswertung der gesammelten Daten wird entschieden, ob die Herrenseebrücke für reduzierte Verkehrseinwirkungen wieder freigegeben werden kann“, so die Mitteilung aus dem Rathaus. Im Fall eines Weiterbetriebs würde die Brücke weiterhin mit dem installierten Monitoringsystem überwacht.

Ein ähnlicher Test lief im Vorjahr an der Elbbrücke in Bad Schandau (Sachsen), die danach wieder eingeschränkt freigegeben werden konnte.

Verkehrseinschränkungen

Die Arbeiten finden tagsüber und nachts statt, weshalb es im Bereich der Brücke zeitweise zu Einschränkungen kommt. Bereits am 13. August wird die Baustelleneinrichtung erfolgen, die Belastungsfahrzeuge und Gewichte werden am Kreisverkehr an der Nordseite gelagert. Der „Grüne Weg“ und der Parkplatz unterhalb der Brücke sind vom 17. bis 21. August gesperrt.

In den Nächten vom 17. zum 18. und vom 18. zum 19. August wird der Schweriner Damm (B192) im Brückenbereich von 22 bis 5 Uhr voll gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert. Es kann zu Lärm und nächtlicher Baustellenbeleuchtung kommen. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis.