Rund 2300 Zuschauer haben am Sonnabendabend das Open-Air-Konzert von Annett Louisan im Schlosspark Ludwigslust besucht. Die Sängerin gastierte im Rahmen ihrer „20 Jahre Bohème“-Tour auf Einladung der Festspiele MV.
Ansturm übertrifft Erwartungen
Festspiel-Intendantin Ursula Haselböck zeigte sich vom Ansturm angenehm überrascht. Ursprünglich waren nur 1000 verkaufte Tickets geplant gewesen, wie sie einräumte. Letztlich wurden mehr als doppelt so viele Karten abgesetzt. Viele Gäste reisten sogar aus Vorpommern oder Brandenburg an und nutzten die Zeit vor dem Konzert für ein Picknick im Park.
Die Idee, die Konzerttradition im Schlosspark im 150. Jubiläumsjahr der Stadt wiederzubeleben, stammt von Ludwigslusts Bürgermeister Stefan Pinnow und Landrat Stefan Sternberg. Beide hatten Annett Louisan als Künstlerin vorgeschlagen.
Zug-Halt verpasst und charmante Anekdoten
Die Sängerin selbst hatte zunächst Pech auf der Anreise: „Ich bin mit dem Zug angereist und hab‘ den Halt verpasst“, verriet sie auf der Bühne. Ein ICE aus Hamburg hielt eine Viertelstunde später in Wittenberge, von dort ging es zurück nach Ludwigslust.
Louisans Verbindung zur Region ist persönlich: Zweimal war sie im Ferienlager in Neustadt-Glewe, dort lernte sie Schwimmen. Aufgewachsen ist sie in Schönhausen an der Elbe, nur anderthalb Autostunden von Ludwigslust entfernt. Ihren Vater traf sie erst als Erwachsene nach einem Konzert in einer Reihe von Autogrammjägern – sie gab ihm ein Autogramm.
Debütalbum und neues Album „Sehnsucht“
Ihr Debütalbum „Bohème“ von 2004 wurde mehr als 500.000 Mal verkauft und machte die 1977 in Sachsen-Anhalt Geborene bekannt. Titel wie „Das Spiel“, „Das Gefühl“ oder „Die Dinge“ prägten ihren Stil zwischen Chanson, Pop und Jazz.
Im September erscheint ihr neues Album „Sehnsucht“. Erste Titel wie „Altersvorsorge“, „Weltuntergang“, „Herz mit Gebrauchsspuren“ und „Lied von der Freiheit“ stellte sie in Ludwigslust vor. Das Publikum reagierte mit Applaus.
Begeistertes Publikum singt mit
Besonders die älteren Lieder wie „Die Trägheit“ und „Die Katze“ kamen gut an. Die Zuhörer summten und sangen mit, viele standen schließlich vor der Bühne. Nach zweieinhalb Stunden verabschiedete sich die Sängerin. Fanclub-Vorsitzende Madlen Köbcke aus Wismar wartete wie immer bis zur zweiten Zugabe, um ihr einen Blumenstrauß zu überreichen.