CSD Neustrelitz: 1.000 Teilnehmer, friedlicher Verlauf
CSD Neustrelitz: 1.000 Teilnehmer, friedlich

Rund 1.000 Menschen haben am Sonnabend am Christopher Street Day (CSD) in Neustrelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte teilgenommen. Der Demonstrationszug durch die Stadt dauerte etwa drei Stunden und verlief nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle. Zuvor hatten die Veranstalter das Sicherheitskonzept verschärft, nachdem es einen Anschlag auf den Berliner CSD gegeben hatte.

Gedenken an Opfer des Anschlags in Berlin

Bei einer Kundgebung auf dem Neustrelitzer Marktplatz wurde an die Opfer und Betroffenen des Anschlags auf den Berliner CSD erinnert. Dort war am 25. Juli ein Fahrzeug im Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen wurden verletzt. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Terroranschlag aus.

Als Reaktion auf den Anschlag hatte der Verein Queer-Strelitz sein Sicherheitskonzept für den CSD in Neustrelitz noch einmal überarbeitet. Bereits zuvor waren wegen der gestiegenen Zahl queerfeindlicher Übergriffe verstärkte Schutzmaßnahmen vorgesehen. Unter anderem wurde die Route der Demonstration verändert.

Drese: „Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen“

Gegendemonstranten hatten sich am Rande des Marktplatzes eingefunden. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) betonte bei dem CSD die Solidarität der Landesregierung mit den Teilnehmenden. Toleranz und Gleichberechtigung seien „keine freundlichen Bitten“, sondern Werte, die Politik und Staat verteidigen müssten. Der Anschlag in Berlin wirke weit über die Hauptstadt hinaus, sagte Drese.

Queere Sichtbarkeit sei nicht mehr überall selbstverständlich sicher. Heruntergerissene Regenbogenflaggen, Angriffe auf queere Einrichtungen und CSD-Veranstaltungen unter massivem Polizeischutz seien keine Einzelfälle. Drese würdigte deshalb auch die Menschen, die trotz der Sicherheitslage nach Neustrelitz gekommen waren. „Wir lassen uns weder unser freies Leben noch unsere Liebe nehmen“, sagte die Ministerin.

Polizei ermittelt nach Gegendemonstration

Parallel zum CSD fand eine Gegendemonstration statt, an der nach Angaben der Polizei 15 Menschen teilnahmen. Gegen mehrere von ihnen wird nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Einige Teilnehmer der Gegendemonstration sollen verbotene Gesten gezeigt haben. Der CSD in Neustrelitz stand damit im Zeichen des Gedenkens und der Solidarität, während die Ermittlungen zu den Vorfällen am Rande andauern.