Das Lächeln meines Großvaters war die vielleicht größte Lektion meines Lebens
Das Lächeln meines Großvaters war die größte Lektion

Wenn ich heute an dem Haus meiner Großeltern vorbeifahre, in dem inzwischen andere Menschen wohnen, denke ich oft speziell an meinen Großvater und an eine Szene, die sich unzählige Male wiederholt hat. Ich öffnete die Tür, rief ein fröhliches „Hallo“ und ging in die Küche. Dort saß er. Mit seinem breiten, herzlichen Lächeln, das ich bis heute nicht vergessen habe.

Alles wurde immer unerreichbarer, doch das Lächeln blieb

Je älter er wurde und je weniger mobil er war, desto mehr beeindruckte mich dieses Lächeln. Seine Welt wurde kleiner. Der Wald, den er so liebte. Die Natur, über die er so viel wusste. Der Garten, in dem er so gern war. Alles wurde immer unerreichbarer. Er saß den größten Teil des Tages in der Küche und schaute immer wieder aus dem Fenster.

Trotzdem lächelte er. So selbstverständlich wie andere täglich frühstücken. Damals habe ich nicht viel darüber nachgedacht. Heute weiß ich, was hinter diesem Lächeln steckte: Dankbarkeit.

Eine Lektion fürs Leben

Vielleicht fällt mir sein Lächeln gerade deshalb bis heute so immer wieder ein. Weil ich diese Dankbarkeit unbewusst weitertrage. Man kann sich entweder ausschließlich darüber ärgern, was auf der Welt im Kleinen und Großen schiefläuft. Oder man entscheidet sich dafür, Dankbarkeit zuzulassen. Ich bin vor allem dankbar, dass ich diese Art, dem Leben zu begegnen, übernehmen durfte.