Nach einem Gasleck musste die Inselgaststätte „Wendenkrug“ auf der Teterower Burgwallinsel am Freitag evakuiert werden. Rund 50 Gäste mussten ihr Essen stehen lassen und die Terrasse fluchtartig verlassen. Imbissbetreiber Alexander Erlewein hatte eine Gaswolke bemerkt und sofort Alarm geschlagen.
Gasalarm am Freitag: Gäste fliehen vom „Wendenkrug“
Erlewein berichtete, er habe den Gästen nur zugerufen: „Weg hier, weg hier, alle runter zum Strand“. Schnell habe er eine Sperrwand aufgebaut, die Gäste nach Hause geschickt und die Insel abgeriegelt. „Es hätte sich nur jemand eine Zigarette anzünden wollen und dann hätte etwas Schlimmes passieren können“, so der Gastwirt.
Aufgefallen sei ihm, dass etwas nicht stimmen konnte, weil er plötzlich kein Gas mehr in der Küche hatte. Draußen habe er zwischen dem „Wendenkrug“ und dem Gebäude, in dem die Gasflaschen stehen, Gasgeruch wahrgenommen. Sofort habe er alle Gäste zum Verlassen der Terrasse aufgefordert.
Notfalldienst und Feuerwehr im Einsatz
Wenig später seien der Notfalldienst der Stadtwerke, eine Fachfirma für die Gasflaschen sowie die Feuerwehr vor Ort gewesen. Das Gas sei direkt aus den Gasflaschen ausgetreten. Erst kurz zuvor seien acht neue Flaschen eingestellt worden. Vier davon seien am Freitagabend leer gewesen, berichtete der Gastwirt.
Am Samstagvormittag erhielt Erlewein dann eine weitere Hiobsbotschaft. Mitarbeiter der Stadtwerke hätten die Gasleitungen untersucht und ihm die Gasversorgung seines Imbissbetriebs untersagt. „Ich kann meine Küche nicht betreiben“, ist Erlewein verärgert. Und das gerade am Tag des Kinderfestes. Weil er Pommes und Co. nicht zubereiten konnte, habe er kurzerhand einen Grill bei der Teterower Feuerwehr organisiert und 300 Bratwürste eingekauft, um neben Fischbrötchen, Räucherfisch und Wildschwein am Spieß noch etwas anderes anbieten zu können.
Betreiber droht mit Kündigung
Der Imbissbetreiber ist nach diesem Vorfall nun so richtig sauer. „So funktioniert das nicht. Das ist eine Gefährdung für die Allgemeinheit“, findet er. Was wäre passiert, wenn er das Gasleck nicht rechtzeitig bemerkt hätte? „Wenn die Gasanlage bis nächste Woche nicht instand gesetzt ist, dann kündige ich sofort“, kündigt Erlewein an. Er hat den „Wendenkrug“ für diese Saison für einen Kioskbetrieb von den Teterower Stadtwerken gepachtet. Von einer Interessenbekundung für den Gesamtbetrieb des „Wendenkruges“ sei er nun meilenweit entfernt, steht für Erlewein fest.
Reparatur für Montag angekündigt
Andreas Grindel, einer der beiden Geschäftsführer der Stadtwerke Teterow, wurde sofort über den Gasaustritt informiert. „Ein Teil der Gasanlage ist defekt und wird am Montag ausgetauscht“, kündigt Grindel an. Die Küche könne jedoch bis zur Reparatur nicht genutzt werden. Es handele sich um eine Flüssiggas-Anlage mit Propangasflaschen.
Es gebe bereits Überlegungen, den Gaststättenbetrieb auf eine Solaranlage und eine Wärmepumpe umzustellen. Doch erst einmal müsse das Gasflaschen-Lager vom Bewuchs freigeschnitten werden. Dafür sei aber eine Genehmigung notwendig, weil das „Wendenkrug“-Areal in einem Naturschutz-Gebiet liege. Das werde dann wohl auch Aufgabe der Stadt Teterow sein, die die Gaststätte demnächst von den Stadtwerken übernehmen soll.
Besuch der Ministerin am Montag
Wie es mit der Burgwallinsel und der Gaststätte weitergehen soll, das will Bürgermeister Robert Straßburg am Montag bei einem Besuch der Insel mit Kulturministerin Bettina Martin und der Landtagsabgeordneten Grit Schmelzer (alle SPD) erläutern. Der Termin war vereinbart worden, als noch alle Gasflaschen dicht waren.