Hafensommer in Boizenburg gerettet: Gelungener Auftakt mit Foxie B.
Hafensommer Boizenburg: Gelungener Auftakt

Der Boizenburger Hafensommer ist in seine Saison gestartet: Am Sonnabendabend begeisterte die Band „Foxie B.“ am Weidenschneck ein voll besetztes Publikum. Bei bestem Wetter spielten die Musiker fast drei Stunden lang – nur unterbrochen von zwei kurzen Pausen. Geboten wurden Rock’n’Roll, Blues, Soul und bekannte Rockklassiker.

Musik, Freiluft und Gemeinschaft

Genau diese Mischung macht seit Jahren den Reiz der Veranstaltungsreihe aus: Livemusik unter freiem Himmel, freier Eintritt und ein Treffpunkt direkt am Hafen, an dem unterschiedliche Generationen zusammenkommen. Der musikalische August am Weidenschneck hat sich längst einen festen Platz im Boizenburger Veranstaltungskalender erobert.

Dass der Hafensommer in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann, war keineswegs selbstverständlich. Bei der Eröffnung verwies Bürgermeister Rico Reichelt auf die angespannte Haushaltslage: Rund 3,9 Millionen Euro muss die Stadt nach den Vorgaben für den laufenden Haushalt einsparen.

Spenden aus der Wirtschaft machen’s möglich

Um die beliebte Reihe dennoch zu erhalten, setzte die Verwaltung auf Hilfe aus der örtlichen Wirtschaft. Rund 3700 Euro kamen von regionalen Unternehmen zusammen, knapp 2000 Euro steuert die Stadt selbst bei. „Das zeigt eben einfach, wie wir hier alle miteinander verbunden sind und füreinander einstehen“, sagte Reichelt und dankte den Unterstützern.

Mit diesem Budget sind in diesem Sommer zwei statt der ursprünglich geplanten vier Konzertabende möglich. Für Reichelt zeigt die schwierige Finanzierung zugleich, wie sehr die derzeitige finanzielle Situation der Kommunen inzwischen auch freiwillige Angebote wie Kulturveranstaltungen beeinflusst.

207 Mails an Boizenburger Unternehmen

Viel Vorarbeit leistete Alexander Schenk, Kulturbeauftragter der Stadt und Organisator des Hafensommers. Insgesamt 207 Mails schickte er an örtliche Gewerbetreibende. Einige hatten ihr Spendenbudget für dieses Jahr bereits ausgeschöpft, andere konnten lediglich Sachleistungen anbieten. Von einem Teil der Angeschriebenen kam überhaupt keine Rückmeldung.

„Das fand ich sehr schade“, sagt Schenk. Umso mehr freut ihn die Bereitschaft jener Unternehmen, die sich beteiligten. „Von 100 bis 750 Euro war alles dabei.“ Gemeinsam mit dem städtischen Anteil reichte die Summe schließlich aus, um das diesjährige Programm zu ermöglichen.

Nächster Termin: Blue Terrace am 22. August

Am 22. August folgt der zweite Hafensommerabend. Dann nimmt „Blue Terrace“ das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte des Blues. Nach jeweils drei oder vier Liedern erzählen die Musiker etwas über die entsprechende Epoche, ehe es mit passenden Stücken musikalisch durch die Jahrzehnte weitergeht.

„Wir wollen nicht nur Musik bieten, sondern auch etwas über ihre Geschichte vermitteln“, erklärt Schenk. Mit „Blue Terrace“ setzt er deshalb bewusst auf ein Format, das Unterhaltung und Wissenswertes über die Entwicklung des Blues miteinander verbindet. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.