Mit einem Programm aus drei Epochen reist die Neue Philharmonie MV im September in den Nordosten: Wolfgang Amadeus Mozart, Pjotr Tschaikowski und Astor Piazzolla stehen auf dem Spielplan. Die Konzerte führen das Orchester unter der Leitung von Andreas Schulz nach Teterow, Pasewalk, Anklam und Malchow.
Drei Komponisten, drei Epochen
„Drei Stücke, drei Epochen, Mozart als Klassiker, Tschaikowsky der Romantiker und, sehr spannend, Piazolla mit seiner Musik aus dem 20. Jahrhundert“, sagt Andreas Schulz. Das Programm verspreche Abwechslung und gute Unterhaltung.
Erstmals reist Schulz mit einem reinen Streichorchester an. Blech- und Holzbläser bleiben zu Hause. Die Konzentration auf Streichinstrumente wie Geige, Bratsche und Violoncello erlaube es, „sich viel, viel genauer mit den Instrumenten auseinanderzusetzen“ und sie dem Publikum in ihrer Feinheit näherzubringen, so der Dirigent. Bei einem reinen Streichorchester komme es auf Nuancen an – ein falscher Bogenstrich lasse sich nicht hinter lauten Bläsern verstecken.
Von der Nachtmusik bis zum Tango
Mozarts „Kleine Nachtmusik“ zählt zu den populärsten Werken der klassischen Konzertliteratur. Vollendet 1787, erlebte der Komponist mutmaßlich keine Aufführung. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie zum Hit, Variationen des ersten Satzes tauchen bis heute in Werbung und Filmen auf.
Tschaikowski orientierte sich bei seiner Streicherserenade, die 1880 uraufgeführt wurde, an Mozart als Serenaden-Meister. Mit über 30 Minuten erreicht sie fast Sinfonie-Länge – für Schulz ein „großes, ausführliches Werk“.
Außergewöhnlich wird die Aufführung von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ in einer besonderen Version: Piazzolla interpretierte den Zyklus zwischen 1965 und 1970 in mehreren Stücken, woraus „Vier Jahreszeiten in Buenos Aires“ entstand. Der russische Komponist Leonid Desyatnikov stellte die Verbindung zwischen Piazzolla und Vivaldi her. So mischen sich Tango-Rhythmen mit klassischer Partitur – eine dynamische Komposition, bei der der Bogen des Solisten etliche Pferdehaare verliert.
Solist Juan-Esteban Rendón
Den anspruchsvollen Solopart übernimmt Konzertmeister Juan-Esteban Rendón. „Juan ist spezialisiert auf Piazolla, das ist eine tolle Gelegenheit für ihn. Er hat sich das durch sein Können aber auch erarbeitet“, lobt Schulz. Rendón, in Kolumbien geboren, stammt wie Piazzolla aus Südamerika. Bei dieser Adaption führt er das Orchester nicht nur als Solist, sondern übernimmt auch die Leitung – Dirigent Schulz kann sich auf einen Besucherstuhl setzen. Eine weitere Besonderheit: „Ich kann schon verraten, dass das Orchester im Stehen spielen wird. Musiker und Zuschauer werden damit noch mehr körperliche Lebendigkeit empfinden“, so Schulz.
November: Filmmusik in Parchim
Fans sollten auch die November-Termine vormerken: Nach dem Erfolg im Herbst 2025 präsentiert die Neue Philharmonie erneut Filmmusik, unter anderem aus Harry-Potter- und Indiana-Jones-Filmen. Am 10. November gastiert das Orchester wieder in Parchim, wo sich das Solitär als beliebter Auftrittsort etabliert hat.
Termine und Karten
Die September-Konzerte beginnen jeweils um 19 Uhr: 14.9. Teterow, Kulturhaus; 16.9. Pasewalk, Kulturforum Historisches U; 17.9. Anklam, Aula der Käthe-Kollwitz-Schule; 18.9. Malchow, Werleburg. Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen, im Medienhaus des Nordkurier sowie online unter mein.nordkurier.de/slk. Telefonische Bestellungen unter 039535116134.