Ohne Ehrenamt droht Kultur im ländlichen Raum zu verschwinden
Ohne Ehrenamt droht Kultur im ländlichen Raum zu verschwinden

Die Kassen in Kommunen und im Landkreis sind leer. Daher können kaum noch freiwillige Leistungen, wie zum Beispiel Kulturförderung, ausgezahlt werden. Für Theater wie die Kulturkate Pritzier oder die Burgfestspiele Plau am See, aber auch Traditionsvereine wie den Schlossverein Ludwigslust ist das eine Herausforderung. „Ohne unseren Förderverein und dessen Unterstützung könnten wir einpacken“, sagt Manuel Ettelt von den Burgfestspielen.

Fördervereine machen Kultur erst möglich

Der Förderverein „Freunde der Burgfestspiele Plau am See“ besteht seit September 2025. Die Mitglieder unterstützen die Theateraufführungen der Burgfestspiele nicht nur finanziell, sondern vor allem durch die praktische Unterstützung beim Kartenverkauf, dem Einlass und der Koordination des gesamten Umfelds, damit sich die Besucher wohlfühlen und alles haben, was sie brauchen.

Ähnlich ist es auch beim Verein Kulturkate, der auf eine deutlich längere Geschichte zurückblicken kann. Im Gegensatz zu den Burgfestspielen, die als professionelle Schauspieler selbst auf der Bühne stehen, spielt in der Kulturkate ein Ensemble aus Profis, die vom Verein Kulturkate engagiert werden, und aus Laienschauspielern, die sich im Verein engagieren.

„Wir machen alles selbst“

„Wir machen alles selbst, wir bauen die Bühne auf, wir kümmern uns um die Kostüme, das Bühnenbild und um das leibliche Wohl unserer Gäste“, erzählt die Vereinsvorsitzende Jane Thorun. Das sei nur möglich, weil die Vereinsmitglieder bereit sind, viel Zeit in den Verein zu investieren. Dennoch merken die Mitglieder mittlerweile auch, dass manches nicht mehr so einfach ist, wie früher.

„Zum Aufbau der Tribüne brauchen wir inzwischen Unterstützung, die wir zum Glück bisher auch immer von der Feuerwehr oder der Bundeswehr bekommen haben“, berichtet Thorun. Insgesamt geht es bei den Kulturfördervereinen im Landkreis Ludwigslust-Parchim nicht nur darum, Geld zu sammeln, sondern tatsächlich auch darum, sich praktisch zu engagieren.

Schlossverein setzt auf Sponsoren

Das bestätigt auch Heike Busch, sie ist Schatzmeisterin im Förderverein Schloss Ludwigslust. „Wir versuchen, die Zeit des Barock erfahrbar zu machen und organisieren daher verschiedene Veranstaltungen, etwa die Konzerte, Führungen oder die Schlossweihnacht“, führt sie aus. Auch die Auftritte in den barocken Kostümen, die anlässlich von Jubiläen oder Events stattfinden, werden von Ehrenamtlichen gestaltet.

„Wir haben inzwischen einen relativ großen Fundus an Kostümen, auch für Kinder, und wir verleihen die Kostüme auch an Firmen und Vereine“, so Busch. Sie ist froh, dass der Schloss-Förderverein auf feste Sponsoren wie die Sparkasse setzen kann, das mache vieles einfacher. Insgesamt sagen die Kulturschaffenden übereinstimmend, dass kulturelle Angebote im ländlichen Raum nur noch funktionieren, wenn sie finanziell und ehrenamtlich unterstützt werden.

Das liege auch daran, dass Eintrittskarten zu Aufführungen und Konzerten einen bestimmten Preis nicht übersteigen dürfen. „Wenn wir unser Angebot ausschließlich durch die Eintrittskarten finanzieren müssten, wären diese so teuer, dass sie niemand mehr kauft“, sagen Jane Thorun, Heike Busch und Manuel Ettelt übereinstimmend.