Seit mehr als zwei Jahrzehnten treffen sich sechs Frauen aus der Hagenower Region regelmäßig sonntags in der Zahnarztpraxis von Christine Gauditz, um gemeinsam zu musizieren. Die „Sonntagsladies“ verbindet nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch eine tiefe Freundschaft. Auftritte gehören zwar dazu, doch im Mittelpunkt steht die Freude am gemeinsamen Spiel.
Der Name entstand bei einer Geburtstagsfeier
Ihren Namen trägt die Gruppe erst seit dem vergangenen Jahr. Bei einer Geburtstagsfeier suchten die Musikerinnen nach einer passenden Bezeichnung. Eine ehemalige Schülerin von Gründungsmitglied Sylvia Pienkoß machte den entscheidenden Vorschlag. Da die Proben überwiegend sonntags stattfinden, war die Wahl schnell getroffen. „Es gab viele Namensvorschläge, aber keiner hat uns wirklich überzeugt. Als der Name Sonntagsladies fiel, mussten wir nicht lange überlegen. Das war genau der Name, der zu uns passt“, sagt Sylvia Pienkoß.
Die Wurzeln reichen bis ins Konservatorium zurück
Die Ursprünge der „Sonntagsladies“ liegen in der damaligen Außenstelle des Konservatoriums Schwerin in Hagenow. Dort erhielten Christine Gauditz und Sylvia Pienkoß bereits als Kinder Geigenunterricht bei Wolfram Perlick. Unter seiner Leitung entstand ein großes Kinder- und Jugendorchester mit Streichern, Bläsern und Schlagwerk, das viele junge Musiker prägte.
Nach Schule und Studium verloren sich die Wege zunächst. Jahre später brachte Wolfram Perlick seine früheren Schülerinnen und Schüler wieder zusammen. Aus lockeren Treffen entwickelte sich nach und nach die heutige Formation. „Als wir uns damals wieder trafen, ging es zunächst nur darum, gemeinsam Musik zu machen. Dass daraus eine so lange gemeinsame Geschichte entstehen würde, konnte niemand ahnen“, erinnert sich Sylvia Pienkoß.
Gemeinsam den richtigen Ton finden
Zum Ensemble gehören neben den Gründungsmitgliedern Christine Gauditz und Sylvia Pienkoß auch Renata Basedow, Irina Bahr, Gudrun Schröder und Sibylle Köttgen. Jede Musikerin bringt eigene Erfahrungen und Ideen ein. Gemeinsam entscheiden die „Sonntagsladies“ über das Repertoire, das von Filmmelodien wie „Forrest Gump“ oder „Outlander“ bis zu englischer, irischer und schottischer Folkmusik reicht.
„Jede von uns bringt immer wieder neue Musik mit. Dadurch bleibt unser Programm lebendig und wir entdecken ständig Stücke, die wir ohne die Ideen der anderen vielleicht nie gespielt hätten“, sagt Renata Basedow, die die musikalische Arbeit koordiniert.
Musik ohne Leistungsdruck
Mit durchschnittlich fünf Auftritten pro Jahr bleiben die „Sonntagsladies“ ihrem Grundsatz treu, Musik ohne Leistungsdruck zu machen. Ob in Kirchen, Seniorenheimen, bei privaten Feiern oder während der Hagenower Kulturnacht – wichtiger als viele Konzerte ist ihnen die Freude am gemeinsamen Musizieren. „Ein Hobby soll Kraft geben und nicht zur Verpflichtung werden“, sagt Renata Basedow.