Celina ist ein fröhliches Mädchen, das gerne und viel lacht. Die Fünfjährige lebt gemeinsam mit ihren zwei älteren Geschwistern und ihren Eltern in Ludwigslust. Für die Familie aus Syrien sollte das Leben in der Lindenstadt ein Neuanfang werden. Doch kurz nach ihrem zweiten Geburtstag stellen die Eltern Auffälligkeiten bei ihrer Tochter fest. „Es fing damit an, dass sie am Kletterbogen nicht mehr hochkam“, erklärt Annett Friedemann. Sie kennt Celina und ihre Familie von der Tagesmutter, die auch ihr Sohn besucht hat. Nach zahlreichen Untersuchungen, weiteren Ausfällen und sogar epileptischen Anfällen steht die niederschmetternde Diagnose fest: Celina hat Kinderdemenz.
Celina wird alles vergessen
Mittlerweile ist Celina fünf Jahre alt. „Sie kann nicht mehr sehen, sprechen und trinken. Sie sitzt im Rollstuhl und kann nur noch ein bisschen krabbeln“, erklärt Christin Krüger, die die Familie ebenfalls von der Tagesmutter kennt. Die unheilbare Krankheit Neuronale Ceroid-Lipofuscinose (CLN 6a), die auch als Kinderdemenz bezeichnet wird, ist ein Gendefekt. „Die Krankheit lässt sich nicht aufhalten. Nach und nach wird Celina alles vergessen“, erklärt Annett Friedemann. Kinder mit diesem Gendefekt erreichen höchstens das Teenageralter.
Spendenaktion bereits vor zwei Jahren gestartet
Bereits vor zwei Jahren initiierten die Mütter, die den Kontakt zu Celinas Familie gehalten haben, eine Spendenaktion für das Mädchen. „Wir wollen irgendwie helfen und die Familie zumindest mit Geld unterstützen. Damit sie zum Beispiel ihr Haus barrierefrei ausbauen können“, erklärt Christin Krüger. Hilfe anzunehmen, stand für die Eltern zunächst nicht zur Debatte. „Es ist für sie einfach ein extrem emotionales Thema und sie wollen nicht betteln“, so Annett Friedemann.
Doch die Mütter können die Familie überzeugen. Über die Go-Fund-Me-Spendenkampagne kamen bereits über 14.000 Euro zusammen. Freunde und Bekannte der Familie halfen beim Umbau. Außerdem sammelten die Schüler der Edith-Stein-Schule bei ihrem Spendenlauf im vergangenen Jahr über 16.000 Euro für Celina, denn ihre Mama unterrichtet an der Schule in Ludwigslust.
Frauen wollen weiterhin unterstützen
„Celinas Eltern sind allen Unterstützern total dankbar und sehr berührt von der großen Anteilnahme“, so Christin Krüger. Die Frauen stehen im engen Kontakt zu der Familie und helfen, so gut sie können. „Manchmal hilft es auch schon, einfach nur da zu sein und zuzuhören“, erklärt Annett Friedemann. Da die Herausforderungen für Celina und ihre Familie mit dem Fortschreiten der Krankheit nicht weniger werden, wollen die Frauen auch weiterhin auf Celinas Schicksal aufmerksam machen und Spenden sammeln.
Wer spenden möchte, kann dies unter anderem über die Go-Fund-Me-Seite für Celina machen. Wer die Familie auf andere Art und Weise unterstützen möchte, kann sich per Mail ([email protected]) an Annett Friedemann wenden.