Die Suchtberatungsstellen des Sozialwerks der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Malchin Teterow stehen wegen unzureichender Finanzierung unter Druck. Die Einrichtungen in Malchin und Teterow verzeichnen steigende Fallzahlen, während Außensprechstunden bereits gestrichen wurden.
Alkohol bleibt Droge Nummer eins
„Nach wie vor ist Alkohol die Droge Nummer eins in Mecklenburg-Vorpommern und auch in unserer Region“, erklärt Andra Kabisch, Sozialarbeiterin und Bereichsleiterin Suchtberatung beim Sozialwerk. Die Klienten werden an den Hauptstandorten Malchin und Teterow beraten. In Dargun und Stavenhagen bietet das Sozialwerk zweimal wöchentlich Außensprechstunden an.
In Gnoien und Laage musste das Angebot vor über zwei Jahren eingestellt werden. „Die Außensprechstunden erfordern einen hohen personellen Einsatz und durch zusätzliche Mieten sowie Fahrtkosten sind sie ein großer Kostenpunkt in einer seit Jahren mangelhaften Gesamtfinanzierung“, so Kabisch weiter.
Existenz bedroht
Das Sozialwerk und andere Träger von Suchtberatungsstellen sind zu Einsparungen gezwungen. Bleibt die Finanzierung durch die Landkreise unzureichend, ist deren Existenz bedroht. Die Einrichtungen sehen sich mit steigenden Eigenanteilen konfrontiert, die die Träger nicht mehr leisten könnten. Suchtberatung ist laut Kabisch ein komplexes Feld, das qualifizierte Fachkräfte erfordert und nachweislich wirksam ist.
Die Mitarbeiter sind in ihrer Tätigkeit immer mehr gefordert. „Die Beratungsbedarfe sind zunehmend vielfältig“, erklärt die Bereichsleiterin. Der gleichzeitige Konsum von verschiedenen Drogen sowie zusätzliche psychische Problemlagen stellen hohe Anforderungen an die Fachkräfte. Bei unsicherer Zukunft der Beratungsstellen blieben die Ratsuchenden letztendlich auf der Strecke.
Jüngere Klienten
Pro Beratungsstelle und Jahr begleiten die Mitarbeiter rund 300 Klienten. Hinzu kommen Personen, die nur einmal eine Beratungsstelle aufsuchen. Nach einem Einbruch während der Corona-Pandemie steigen die Fallzahlen wieder an. Auch aktuell verzeichnen die Einrichtungen wachsende Nachfrage.
Immer mehr jüngere Menschen suchen Hilfe: Der Anteil der unter 24-Jährigen beträgt 20 Prozent, der Anteil weiblicher Betroffener liegt bei 25 Prozent. Die Angebote in den Außensprechstunden entsprechen denen in Teterow und Malchin: Einzel- und Gruppenberatungen, Vorbereitungskurse für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, Unterstützung bei der Beantragung und Vermittlung in stationäre Einrichtungen sowie die Nachsorge. Auch die Vernetzung mit Familienhilfe und Hausärzten gehört zur Arbeit.