Für Ackerbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern könnte 2026 wirtschaftlich zum schlechtesten Jahr der vergangenen zehn Jahre werden. Das hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) erklärt. Zwar seien die Ernteaussichten bislang durchschnittlich und die Qualität etwa beim Weizen häufig gut. Gleichzeitig sorgen weltweit gute Ernten jedoch für niedrige Preise. Nach Angaben des Ministers werden beim Weizen rund zehn Prozent niedrigere Erlöse erwartet. Auch bei Futtergerste, Ackerbohnen, Erbsen und Schweinefleisch seien die Preise deutlich zurückgegangen.
Steigende Kosten und Unwetterschäden
Den geringeren Einnahmen stehen zugleich höhere Kosten gegenüber. Vor allem Treibstoffe, Dünger und Energie hätten sich infolge internationaler Krisen deutlich verteuert, so Backhaus. Nach Berechnungen des Ministeriums könnte das Ergebnis der Ackerbaubetriebe bei den derzeitigen Preisen im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2024 um etwa 300 Euro je Hektar landwirtschaftlicher Fläche niedriger ausfallen. Pro Arbeitskraft entspräche das einem Rückgang von fast 33.000 Euro.
Auch das Unwetter Mitte Juli belastet einige Betriebe zusätzlich: Vor allem im Landkreis Ludwigslust-Parchim richtete Hagel auf landwirtschaftlichen Flächen nach Schätzungen Schäden von rund 29 Millionen Euro an. Nach dem Unwetter in Westmecklenburg führten Starkregen und Hagel besonders in Wittenburg, Hagenow und Zarrentin zu Überschwemmungen.
Niedrige Erzeugerpreise
Zuletzt sind die europäischen Weizenpreise wieder etwas gestiegen. Als einen Grund nennt Backhaus die Lage in der Ukraine. Wegen russischer Angriffe könne ein Teil der dortigen Ernte derzeit nicht wie geplant über das Schwarze Meer exportiert werden. Eine grundlegende Entspannung für die Betriebe erwartet der Minister dennoch nicht.
Auch in der Tierhaltung sei die wirtschaftliche Lage angespannt. Besonders Schweinehalter hätten derzeit mit niedrigen Erzeugerpreisen zu kämpfen. Die Betriebe kämpfen trotz stabiler Erträge mit niedrigen Preisen, hohen Kosten und Wetterextremen.