Die Bauarbeiten auf der Großbaustelle am Werftdreieck in Rostock verzögern sich. Die Straßenbahnen sollen erst ab 13. September wieder fahren, statt wie geplant zum Ferienende am 22. August. Ursache ist der hohe Grundwasserstand, der die Bauarbeiten erschwert.
Wasser in der Baugrube
Seit Mitte Juli erneuert die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) die Gleise auf dem rund einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Holbeinplatz und Einfahrt Doberaner Straße. Während die Arbeiten an der Überfahrt in die Doberaner Straße im Zeitplan blieben, sorgt nun der Baugrund auf halber Strecke zwischen Holbeinplatz und Maßmannstraße für Probleme.
Dort werden die Schienen um einige Meter Richtung Norden verlegt, um Platz für Zufahrtsstraßen zu schaffen. Dabei stießen die Bauleute auf eine sehr hoch liegende Wasserschicht. „Das Grundwasser schoss förmlich in die Baugrube“, schildert Jan Bleis, Vorstand Markt und Technik der RSAG. Bereits ab zwei Metern Tiefe sprudelte das Wasser, innerhalb weniger Stunden entstand ein Pool.
Boden ausgetauscht und Geopolster eingebracht
Um die Tragfähigkeit für die Gleise herzustellen, wurde auf etwa 250 Metern der Boden ausgetauscht und in etwa drei Metern Tiefe ein Geopolster als Tragschicht eingebracht. Täglich rollen später rund 40 Tonnen schwere Trams mit etwa 25.000 Fahrgästen über den Abschnitt.
Die Verzögerung beträgt etwa drei Wochen, schätzt Bleis. Aktuell sind 40 bis 50 Bauarbeiter im Einsatz, die Bauleistung wurde verstärkt. An einem Ende werden bereits Gleise verlegt und die Haltestelle erneuert, am anderen Ende werden Profilträger gesetzt, die die Schottersteine an den Gleisen halten sollen.
Schienenersatzverkehr läuft weiter
Rund 170 Meter Doppelgleis können pro Tag verlegt werden, schätzt Martin Mantey, Teamleiter bei der RSAG. Danach müssen die 15 Meter langen Gleisabschnitte verschweißt und die Oberleitung hergestellt werden. Das soll bis 12. September abgeschlossen sein, sodass die ersten Bahnen ab 13. September fahren können.
Der Schienenersatzverkehr mit den Linien E1 und E2 wird unverändert fortgeführt. Für den Schülerverkehr ab 24. August soll die Taktung verdichtet und die Schulen informiert werden. Die Kosten der Verzögerung kann Bleis noch nicht benennen. Das Verkehrsunternehmen investiert etwa fünf Millionen Euro in die Maßnahme.