Die 19. Bio-Landpartie in Mecklenburg-Vorpommern bietet an diesem Samstag (19. September) von 10.00 bis 17.00 Uhr Einblicke in den ökologischen Landbau. Landesweit öffnen 57 Bio-Höfe und -Betriebe ihre Tore. Besucher können die Betriebe kennenlernen, Produkte probieren und sich über Öko-Landwirtschaft informieren. Veranstalter ist der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in MV.
Vielfältige Programme auf den Höfen
Die Teilnehmerliste reicht von Bio-Käsereien, Bäckereien und Mostereien über Mühlen und Fleischereien bis zu Imkereien, Gärtnereien und regionalen Vermarktern. Geplant sind unter anderem Führungen, Trecker- und Kremserfahrten, Verkostungen sowie verschiedene Mitmachangebote. Kinder können Tiere erleben, reiten oder Stroh-Hüpfburgen nutzen.
Eröffnet wird die Bio-Landpartie auf dem Hof Dudziak bei Neustrelitz durch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Dort sind Hofführungen, ein Wissensquiz, die Verkostung und der Verkauf hofeigener Produkte sowie ein Kinderprogramm angekündigt. Der Betrieb zeige, wie regionale Vermarktung erfolgreich umgesetzt werde, so Burkhard Roloff vom BUND.
Von Büffeln bis Agroforst
Auf dem Büffelhof Seekoppel in Roggow bei Rerik sind Hofführungen und Spaziergänge zu den Büffeln am Salzhaff geplant. Der „Appelhoff-Plau“ bietet Rundgänge über eine mehr als 100 Jahre alte Apfelwiese sowie Verkostungen verschiedener Apfelsorten. Auf dem Ökohof Ranch am Torfmoor auf Rügen dreht sich alles um das Pommernschaf, unter anderem mit Schauscheren und Schau-Spinnen der Wolle. Auf dem Demeter-Hof Medewege bei Schwerin können Besucher Bäckerei, Gärtnerei sowie Schweine- und Kuhstall besichtigen.
Als ein Highlight macht Roloff den Hof in Gessin bei Basedow aus. Dort geht es um die Verbindung von Bio-Anbau und Agroforstwirtschaft – eine nachhaltige Form der Landnutzung, bei der Bäume bewusst mit Ackerkulturen kombiniert werden. „Eine ganz alte Methode, die man jetzt wieder entdeckt hat“, erklärt Roloff. „Das sieht auch ganz schick aus.“ Die Ergebnisse eines zweijährigen bürgerschaftlichen Monitorings zu Flora und Fauna sollen dort ebenfalls vorgestellt werden.
Mehr regionale Verarbeitung gefordert
Neben der Landwirtschaft richtet der BUND den Blick auf die Verarbeitung von Bio-Produkten in Mecklenburg-Vorpommern. Den Angaben zufolge sind im Land 395 verarbeitende Betriebe bio-zertifiziert. Das entspreche zwei Prozent und sei der geringste Anteil im Vergleich der Flächenländer. Es fehlten unter anderem weitere Bio-Schlachtereien und Zerlegungsbetriebe, Brotgetreide-Mühlen sowie Verarbeitungsbetriebe für Kartoffeln und Gemüse. Auch bei den Lagerkapazitäten für Bio-Getreide, Raps, Kartoffeln und Gemüse bestehe Nachholbedarf.