Gas-Havarie in Uelitz: Hunderte Haushalte in Rastow, Uelitz und Kraak ohne Gas
Gas-Havarie: Hunderte Haushalte ohne Gas

Hunderte Haushalte in Rastow, Uelitz und Kraak müssen vorerst ohne Gas auskommen. Eine Havarie im Wassernetz hat am 23. Oktober eine Gasversorgungsleitung von HanseGas beschädigt. Wasser drang in die Gasleitung ein. Die Reparatur dürfte sich über das Wochenende hinausziehen und die Menschen in den betroffenen Gemeinden noch mehrere Tage beschäftigen.

Wasserrohrbruch drückt Wasser ins Gasnetz in Uelitz

Ausgangspunkt der Havarie war ein Schaden an einer Wasserleitung in der Gemeinde Uelitz. Nach Angaben von HanseGas trat Wasser unter hohem Druck aus und beschädigte die dort verlaufende Gasversorgungsleitung. In der Folge gelangte Wasser in das Gasnetz. Die Störungsbereitschaft des Gasversorgers war vor Ort, um die notwendigen Arbeiten vorzubereiten.

Zunächst muss der örtliche Wasserversorger die Wasserzufuhr unterbrechen und den Schaden an seiner Leitung reparieren. Erst in Abhängigkeit davon können die Arbeiten an der Gasversorgung voranschreiten. Weil das betroffene Gasnetz aufwendig gereinigt werden muss, ist mit einer schnellen Lösung nicht zu rechnen. HanseGas geht davon aus, dass die Wiederinbetriebnahme frühestens Anfang der kommenden Woche beginnen kann. Anschließend müssen Mitarbeiter die betroffenen Gasanschlüsse in den Haushalten überprüfen. Auch externe Fachkräfte werden für die aufwendigen Reparaturen an den Leitungen benötigt.

„Der Sand in den Leitungen ist bis kurz vor die Heizungen in den jeweiligen Häusern gespült“, berichtet Uelitz Bürgermeister Martin Riediger.

Kita nur im Notbetrieb, Grundschule und Hort offen

Die Auswirkungen der Havarie sind in Rastow weit mehr als ein Ärgernis für Haushalte mit kalten Heizkörpern. Auch die Kita und die Grundschule sind betroffen. Bürgermeisterin Ute Bachmann hat deshalb einen Krisenstab eingerichtet, der die nächsten Schritte koordiniert. Für die Kita steht ab Montag, 26. Oktober, ein Notbetrieb an. Weil sich nicht alle Räume beheizen lassen, bittet die Bürgermeisterin die Eltern um Unterstützung.

„Wir haben uns jetzt Hilfe durch das THW geholt, aber es wird nicht möglich sein, alle Räume in der Kita zu beheizen. Daher bitten wir alle Eltern, die es einrichten können, ihre Kinder von Montag bis voraussichtlich Mittwoch zu Hause zu betreuen“, sagte Ute Bachmann am Samstag.

Der Unterricht in der Grundschule könne nur eingeschränkt stattfinden. Aber Grundschule und Hort sind geöffnet. Wie sich die Lage im Laufe der kommenden Woche entwickelt, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die beschädigten Leitungen repariert und die Gasversorgung wiederhergestellt werden können.

Feuerwehrhäuser bieten Hilfe bei Versorgungsausfall

Damit die Menschen in Rastow und Kraak während des Versorgungsausfalls nicht vollständig auf sich allein gestellt sind, sollen die Feuerwehrhäuser zu Anlaufstellen werden. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Krisenstabs und örtlichen Vereinen arbeitet die Gemeinde an einer Informationskette, um möglichst viele Einwohner über Hilfsangebote und die weitere Entwicklung zu informieren.

„Wir bieten dort eine warme Dusche an und auch die Möglichkeit, etwas zu kochen“, erklärte Ute Bachmann. Das Angebot richtet sich an die Menschen, die derzeit weder warmes Wasser noch Heizungswärme haben. Gerade für Familien, ältere Menschen und alle, die zu Hause keine Ausweichmöglichkeiten haben, kann das eine wichtige Entlastung sein.

Die Havarie macht sich ebenfalls in Uelitz bemerkbar. Dort entstand der Schaden im Bereich der Grünen Straße. Nach Angaben von Bürgermeister Martin Riediger sind drei Straßen vom Ausfall der Gasversorgung betroffen: die Grüne Straße, der Lange Weg und die Tiefe Trift. Das Dorfgemeinschaftshaus ist nach Angaben des Bürgermeisters nicht von der Havarie betroffen und steht den Einwohnern offen.

„Jeder, der Bedarf hat, kann dort kochen, sich aufwärmen und mal duschen“, erklärte Martin Riediger. Über den WhatsApp-Kanal der Gemeinde werden die Bürger informiert und er selbst geht auch von Haus zu Haus. „Bis Mittwoch wird sich das Ganze sicher noch hinziehen, denn erst am Montag können die umfangreichen Reparaturarbeiten wirklich starten. Gut ist, dass alle wieder mit Wasser versorgt sind“, so der Bürgermeister.