Spendenübergabe in Ludwigslust: Ben trifft seinen Unterstützer Chris Hogrefe
Spendenübergabe: Ben trifft Unterstützer Hogrefe

Chris Hogrefe, IT-Spezialist aus Heidesee, hat den neunjährigen Ben zum ersten Mal persönlich getroffen. Hogrefe hatte nach einem schweren Böllerunfall eine Spendenaktion ins Leben gerufen und mehr als 60.000 Euro gesammelt. Gemeinsam mit seiner Familie besuchte er nahe Ludwigslust Carmen Brosius, Bens Mutter, um die ersten Spenden zu übergeben.

Schwerer Unfall im April

Ben und seine Freundin Maria spielten Mitte April in einem Waldstück bei Neu Krenzlin mit einem Böller, der explodierte. Beide Kinder wurden verletzt, Ben so schwer, dass Ärzte ihm beide Hände amputierten und er sein Augenlicht verlor. Die vergangenen Monate waren von Arztbesuchen, Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten geprägt.

Erstes Treffen und Gespräche über die Zukunft

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Familien erstmals persönlich, zuvor gab es nur telefonischen Kontakt. „Wir wurden sehr herzlich empfangen. Es war ein schönes Wochenende. Wir haben viele emotionale, auch lange Gespräche geführt“, erzählt Chris Hogrefe. Sie sprachen über die zurückliegenden Monate und die Zukunft: wie es weitergeht, welche Termine anstehen und wie sich Ben in den Alltag zurückkämpft.

Neue Schule und Prothesen

Ben wird künftig das Mecklenburgische Förderzentrum für körperlich beeinträchtigte Kinder in Schwerin besuchen. „Mit einem Fahrdienst, der die Kinder in der Region, darunter viele Rollstuhlkinder, morgens einsammelt und mittags zurückbringt, ist der Transport gesichert“, erklärt Carmen Brosius. Fachleute fertigten für Ben eine Prothese an, mit der er gut zurechtkommt. „Er bekam auch Glasaugen. Ben erzählte mir, dass er sich damit sehr wohlfühlt, weil er nicht mehr so auffällt und angestarrt wird. Doch weitere Operationen stehen an, unter anderem am Augenlid und an den Ohren.“ Eine zweite Prothese ist in Arbeit, danach folgt eine intensive Reha.

Ausflüge und ein spezielles Fahrrad

Ben genießt seine Ferien zu Hause mit Geschwistern, unternimmt Ausflüge, etwa in den Elefantenpark. Demnächst bekommt er ein spezielles Fahrrad, auch für Maria ist ein Fahrrad von den Spendengeldern geplant – gekauft im Zweiradhaus Winkelmann in Ludwigslust bei Jacqueline Frey.

Dank und Klarstellung zu Gerüchten

Chris Hogrefe dankt den Spendern und Unterstützern. Besonders bedankt er sich bei Vanessa Krüger von Sternauto, die sich der Autoproblematik von Carmen Brosius annahm, weil das Fahrzeug keinen TÜV hatte. „Sie übernahmen die komplette Inspektion; leider bekam das Auto dann aber doch keinen TÜV mehr.“ Hogrefe würdigt auch Carmens Lebenspartner Christian, der die Kinder betreute und Transporte übernahm.

Am Wochenende erfuhr Hogrefe von Gerüchten über den Verbleib der Spendengelder. „Man erzählt, Carmen habe sich von diesem Geld ein neues Auto gekauft.“ Hogrefe stellt klar: Dieses Auto gehört ihrem Lebenspartner. „Ich kann nur sagen: Wir haben jeden Euro ausschließlich für die Unterstützung von Ben und seiner Familie eingesetzt. Bitte unterlasst Gerüchte und andere Spekulationen. Wer Fragen hat, kann sich jederzeit persönlich an mich wenden oder einfach bei Carmen vorbeischauen, sehen, wie es ihr geht und das Gespräch mit ihr suchen.“ Für Neid hat er kein Verständnis: „Ich glaube, niemand möchte mit Carmen tauschen, auch wenn sie eine unwahrscheinlich starke Persönlichkeit ist, die wirklich 24/7 unterwegs ist und alles für ihre Kinder tut.“