Die Kieler Werft TKMS hat die Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/2026 vorgelegt. Der Umsatz stieg auf rund 1,9 Milliarden Euro, das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch das Betriebsergebnis legte um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro zu.
Auftragsbücher gut gefüllt
TKMS hat aktuell Bestellungen im Wert von 20 Milliarden Euro in den Büchern. Angesichts des Iran-Kriegs gebe es auch aus dem arabischen Raum verstärkt Anfragen, erklärte Vorstandschef Oliver Burkhard. Er sagte: „Alle haben Geld, aber keine Zeit mehr. Früher hatten sie alle Zeit, aber kein Geld.“
Hunderte neue Stellen in Kiel und Wismar
Wegen der vollen Auftragsbücher will TKMS Hunderte neue Mitarbeiter einstellen. In Kiel sollen gegen Ende des Jahres rund 4.000 Beschäftigte arbeiten, derzeit sind es etwa 3.700. Auch am Standort Wismar wird neu eingestellt. Für jede offene Stelle bewerben sich derzeit rund 30 Menschen, viele von ihnen haben laut Burkhard früher in der Automobilbranche gearbeitet.
Wismar zentral für das Wachstum
Die Werft in Wismar sei zentral für das Wachstum des Unternehmens, so der 54-jährige Manager. Man werde dort, so wie in Kiel, in den nächsten Jahren eine voll ausgestattete Werft haben. Angestrebt werde in Wismar künftig eine Personalstärke von bis zu 1.700 Mitarbeitern.
TKMS könnte indirekt vom Verlust des F126-Auftrags durch den Rheinmetall-Konzern profitieren. Statt der ursprünglich geplanten Fregatten sollen nun kurzfristig bereits fertig entwickelte MEKO-Fregatten gebaut werden. Das erste Schiff soll voraussichtlich 2029 an die Marine übergeben werden. Gleichzeitig hat TKMS der Rheinmetall-Tochter NVL eine Zusammenarbeit bei künftigen Fregattenprojekten angeboten. Von einer solchen Kooperation könnte auch der Hamburger Werftstandort Blohm+Voss profitieren.