Rostock plant die Anschaffung einer weiteren festen Geschwindigkeitsmessanlage. Die Stadt will dafür 160.000 Euro investieren. Der neue Blitzer soll im Ortsteil Jürgeshof auf der Landesstraße 22 (L22) aufgestellt werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Aktuell gibt es acht feste Blitzer im Rostocker Stadtgebiet. Erst Mitte Mai wurde eine Anlage in der Ernst-Barlach-Straße in der Innenstadt in Betrieb genommen, die in der ersten Woche mehr als 200 Verstöße registrierte. Mit der neuen Anlage würde die Zahl auf neun steigen.
Oberbürgermeisterin begründet Investition
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) nennt in einem Antrag mehrere Gründe für die außerplanmäßige Investition. „Aufgrund der anhaltenden Verkehrsentwicklung in diesem Gebiet, der Feststellung erheblicher Überschreitungen des vorgeschriebenen Geschwindigkeitsniveaus und der Besonderheit der Örtlichkeit ist eine nachhaltige Regulierung und Überwachung des fließenden Verkehrs auf der Landesstraße 22 (L22) im Ortsteil Jürgeshof dringend geboten und zwingend erforderlich“, so die Oberbürgermeisterin.
Die Bäderstraße ist im Sommer häufig überlastet. Die Höchstgeschwindigkeit ist in diesem Bereich auch außerorts auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt. Die Straße ist jedoch recht kurvenreich und teilweise schlecht einsehbar, wodurch das Risiko schwerer Verkehrsunfälle steigt, wenn zu schnell gefahren wird.
Gefährdung schwächerer Verkehrsteilnehmer
Zu schnelle Fahrzeuge gefährden laut Kröger auch Radfahrer und Fußgänger. Die „konkrete Gefahrenlage in Jürgeshof“ sei durch die hohe Anzahl dokumentierter Verstöße in den vergangenen zwei Jahren belegt, heißt es in dem Antrag. Zudem hätten Anwohner mehrfach auf den Handlungsbedarf in diesem Bereich hingewiesen.
Bisherige temporäre Geschwindigkeitskontrollen führten zu keiner nachhaltigen Besserung. „Nach Abzug der mobilen Einheiten ist im betroffenen Bereich regelmäßig ein unmittelbarer Wiederanstieg der gefahrenen Geschwindigkeiten festzustellen“, erklärt Eva-Maria Kröger.
Entscheidung im Hauptausschuss
Die Stadt setzt nun auf eine feste Anlage. „Nur eine kontinuierliche, ortsfeste und in beide Fahrtrichtungen messende Überwachung stellt die langfristige Erhöhung der Verkehrssicherheit auf diesem Streckenabschnitt sicher“, so die Oberbürgermeisterin. Auch andere Stellen wie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr sollen diese Einschätzung teilen.
Der Hauptausschuss der Rostocker Bürgerschaft muss der außerplanmäßigen Auszahlung noch zustimmen, voraussichtlich im September. Im aktuellen defizitären Doppelhaushalt ist die Ausgabe nicht berücksichtigt, da sich die Notwendigkeit laut Stadt erst nach Aufstellung der Haushaltsplanung in 2025 „als zwingend erwiesen hat“.