Rostocker Mittagsmatrosen: Neue Zentralküche kocht täglich 4800 Essen
Neue Schulküche in Rostock kocht täglich 4800 Essen

Pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien hat die größte und modernste Zentralküche Mecklenburg-Vorpommerns ihren Betrieb aufgenommen. Seit dem 24. August kommen die Mahlzeiten für die staatlichen sowie einige private Schulen in Rostock aus der Stellmakerstraße 10, wie Andreas Schwarz, Geschäftsführer der städtischen Mittagsmatrosen, mitteilt.

Im Brinckmansdorfer Gewerbegebiet hat die Hansestadt im Zuge der Rekommunalisierung der Schulessensversorgung für mehr als zehn Millionen Euro eine neue Produktionsküche gebaut. Täglich verlassen rund 4800 Essen die Küche, die derzeit 38 Schulen im Stadtgebiet beliefert.

Expansion und steigende Anmeldezahlen

Die Mittagsmatrosen, eine hundertprozentige Tochter der Hansestadt, sind für die exklusive Versorgung aller öffentlichen Schulen in Rostock verantwortlich. Die Zahl der Essen steigt: Allein in der ersten Woche gab es 300 Neuanmeldungen. Zudem konnte das CJD Gymnasium Rostock als neuer Kunde gewonnen werden – das sind etwa 600 Essen pro Tag für diese große Schule eines privaten Trägers.

Bis Ende des Jahres wollen die Mittagsmatrosen bei über 5000 Essen pro Tag liegen, so Schwarz. Nach viel Kritik am Schulessen des Versorgers Sodexo hatte die Stadt das Mittagessen für die Schüler an öffentlichen Schulen wieder in die eigenen Hände genommen, um Einfluss auf die Qualität des Essens zu haben.

Wünsche der Schüler fließen in den Speiseplan ein

Küchenchef Christian Drewitsch und seine sechs Köche setzen auf Hausmannskost. „Bauernfrühstück und Rouladen, aber nur die von Mama“, sagt Drewitsch. Wichtig ist ihm, auf die Wünsche der Schüler einzugehen. Eine Umfrage ergab: Die meisten wünschen sich Nudeln mit Tomatensoße oder Pfannkuchen. Diese Wünsche werden variiert angeboten, während die gesunde Ernährung im Vordergrund steht.

Demnächst steht mit Bratheringsröllchen mit Kartoffelpüree und Salat ein Wunsch-Essen mit Lokalkolorit von der Ostsee auf dem Speiseplan.

Technische Details und Ausblick

Die Eröffnung der Zentralküche erfolgte mit Verzögerung. Noch ist nicht alles abgeschlossen: Eine von drei Kühlanlagen konnte noch nicht in Betrieb gehen, die Arbeitsabläufe wurden angepasst. In sechs bis acht Wochen soll auch die dritte Kühlanlage laufen, die Außenarbeiten sollen im Oktober beendet sein.

In der 2000 Quadratmeter großen Küche unweit der A19 wird im Cook&Chill-Verfahren produziert. 85 Prozent der Essen werden vorgegart und auf drei Grad heruntergekühlt, dann mit dem eigenen Fuhrpark an die Schulen geliefert und vor Ort fertig gegart. Insgesamt hat die Stadt für die Ausstattung der Schulen und den Bau der Zentralküche 13,8 Millionen Euro investiert.