Warnowbrücke: 62,8-Millionen-Projekt nimmt nächste Hürde
Warnowbrücke: 62,8-Millionen-Projekt nimmt nächste Hürde

In Rostock soll eine mehr als 540 Meter lange Brücke über die Warnow entstehen, die die Innenstadt mit Gehlsdorf verbindet. Das Projekt kostet 62,8 Millionen Euro, davon kommen 35,7 Millionen vom Bund. Ende Juli endete die Frist für Angebote von Baufirmen. Der Zuschlag ist für Herbst 2026 geplant, ebenso der Baubeginn. Der Planfeststellungsbeschluss wird ebenfalls im Herbst erwartet.

Vergabeverfahren läuft

Bis Ende Juli konnten Unternehmen ihre Angebote für den Bau der Brücke abgeben. Das Bauwerk schlängelt sich von Gehlsdorf am Fährberg zum Stadthafen an Liegeplatz 83 E. Der Senatsbereich Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität bezeichnet das Vergabeverfahren als „wesentlichen Schritt zur Realisierung der Warnowbrücke“. Damit würden europaweit Bauleistungen ausgeschrieben und Auftragnehmer ermittelt.

Die Ausschreibung umfasst „Stahl- und Betonbauarbeiten sowie die technische Ausrüstung der Brücke, beispielsweise der Klappmechanismus und die Beleuchtung“. Die Wegeanbindung ist nicht enthalten. Auftraggeberin ist die städtische RGS, die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH.

Angebote werden geprüft

Zur Anzahl, Herkunft und Namen der Bieter schweigen die Beteiligten. Das Vergabeverfahren sei noch nicht abgeschlossen, heißt es. „Damit werden die Vertraulichkeit des Vergabeverfahrens und die Interessen der beteiligten Unternehmen gewahrt“, so der Senatsbereich. Die Angebote werden „umfassend geprüft“ und „entsprechend den festgelegten Zuschlagskriterien gewertet“.

Der Zeitplan sieht vor, den Zuschlag im Herbst 2026 zu erteilen und mit dem Bau zu beginnen. Allerdings fehlt noch der Planfeststellungsbeschluss. „Das Planfeststellungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Der Planfeststellungsbeschluss wird derzeit für Herbst 2026 erwartet“, heißt es aus dem Rathaus.

Keine Zweifel an der Realisierung

Die Stadt zeigt sich zuversichtlich. Aus heutiger Sicht bestünden „keine Anhaltspunkte“, dass die Realisierung der Warnowbrücke „grundsätzlich infrage“ stehe. Die Brücke über die Unterwarnow wird eine neue Querung für Fußgänger und Radfahrer und Teil der Radfernroute Berlin-Kopenhagen. Die Gesamtlänge beträgt 613 Meter, die Breite sechs Meter. Kleine Schiffe können unter der Brücke durchfahren, für größere ist ein Klappelement von etwa 25 Metern Breite nahe der Kaikante des Stadthafens vorgesehen.